Daycare, die zweite Woche in der Krippe

Und nun ist die zweite Woche der Krippeneingewöhnung angebrochen. Leider mit ein paar Stolpersteinen, die wir aber auch gut überstanden haben.

Tag 6: 25.08.2008
Ich glaube ja fast, Mia hat sich richtig auf die Krippe gefreut. Wenn ich sie schon zur Türe reintrage, wird sie ganz zappelig und will reinlaufen, das Hausschuhe anziehen ist ein Kampf, denn sie will unbedingt zu den anderen. Sie sitzt dann zwar immer erst mal an der Tür zum Spielraum und beobachtet alles. Es gefällt ihr offensichtlich sehr gut.
Heute hat sie sogar Mittagsschlaf in der Krippe gemacht. Die Erzieherin hat mir beim Abholen erzählt, dass sie auch erst gar nicht Mittag essen wollte, daraufhin würde sie ins Mittagsschlafzimmer (ein Matratzenlager) gebracht, doch als sie gemerkt hat, dass es draußen ganz leise ist und alle essen, wollte sie scheinbar doch etwas essen. Das hat sie dann auch getan und ist anschließend ins Bett.
Leider hat sie am Sonntag schon ihren ersten Krippen-Schnupfen bekommen, so dass wir uns heute auch gar nicht sicher waren, ob wir sie morgens überhaupt hinbringen sollen. Doch die Erzieherin meinte, das wäre kein Problem. Letztendlich läuft nun mal die Nase, sie hat aber kein Fieber und das ist schon in Ordnung.

Tag 7: 26.08.2008
Und schon wieder! Mias Schnupfen ist heute Nacht wieder gekippt und prompt hatte sie wieder die typische Pressatmung, die sie jedes Mal bei der Spastischen Bronchitis hatte. Irgendwie hatten wir gehofft, dass endlich mal ein ganz einfacher Schnupfen ein Schnupfen bleibt. Aber Pustekuchen! Und trotzdem muss ich sagen, es ist jetzt schon nach so kurzer Zeit das eingetreten, wovor ich panische Angst hatte: Sie ist krank geworden und bei ihr artet das immer gleich so aus! Ich hoffe nur, dass sich das bewahrheitet, was unsere Nachbarin gesagt hat. Ihr Kleiner war auch recht früh in der Krippe und die erste Zeit immer krank und nach einem halben Jahr war der Spuk vorbei und seither ist er kaum noch krank, und er ist mittlerweile 6.
Somit ist sie heute daheim geblieben. Es ist zwar sehr ungünstig, weil so eine Unterbrechung in der Eingewöhnungsphase natürlich nicht sehr nützlich ist, aber man kann es nun mal nicht ändern.
Auch unser Papa ist heute zu Hause geblieben, weil es mir selber nicht so gut geht. Irgendwie habe ich auch das Gefühl krank zu werden, aber außer Gliederschmerzen und der Drang nach unendlich viel Schlaf, habe ich keine weiteren Symptome.
Es war gut so, dass Papa da war, denn Mia war irgendwie sauer auf mich. Klar, es ging ihr mal wieder schlecht, aber sie hat mich nur mit dem A… angesehen und wollte auf keinen Fall von mir angefasst werden. Keine Ahnung, was in ihrem kleinen Kopf vorgeht.

Tag 8: 27.08.2008
Mit viel Inhalieren haben wir unser Kind wieder fit gemacht. Es ist immer extrem anzusehen, wie sie den einen Tag im Halbdelirium ist und am nächsten Tag außer einer kleinen Rotznase (in die mehr Rotz reinpasst, als man denken würde. Manchmal frag ich mich, ob da nicht doch tatsächlich Hirn mit rauskommt, wenn sie niest) ist alles wieder in Ordnung, sie ist vielleicht noch etwas schlapp, aber sonst ist die Pressatmung und alles andere wie weggeblasen.
Also sind wir heute in die Krippe, denn schon die letzten Male hatte unsere Kinderärztin gesagt, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, wenn der Schnupfen/ die Bronchitis ausgebrochen ist.
So wirklich in meine Nähe wollte Mia immer noch nicht. Das tut ganz schön weh, wenn einen das eigene Kind so verschmäht. In der Krippe habe ich dann der Erzieherin erzählt, dass sie gestern überhaupt nichts von mir wissen wollte. Und die hat nur gegrinst und gemeint, dass sie das schon häufiger gehört hat, und dass Mia wahrscheinlich wirklich böse auf mich war, weil ich diejenige bin, die sie immer in die Krippe gebracht habe, aber gestern halt nicht. Und scheinbar wollte sie da unbedingt hin. Das schmerzt, aber es tut auch gut, denn ich bin der festen Überzeugung, dass Mia auch in ihrem jungen Alter sehr gut weiß, was ihr gut tut und wo es ihr gefällt und das ist die Bestätigung, dass wir das alles schon ganz richtig machen.
Auch heute hat Mia wieder ihren Mittagsschlaf in der Krippe gemacht, diesmal sogar richtig lang, denn als ich sie abholen wollte, musste ich noch eine ¾ Stunde warten, den die kleine Schnarcherin hat geschlafen und geschlafen… Morgen werde ich etwas später kommen.
Und auf der Heimfahrt im Bus hat sie mir auch noch einmal deutlich gemacht, dass sie keinen Bock auf mich hat. Sie hat mich nicht angesehen, aber dafür jedem Fahrgast, der ein- bzw. ausgestiegen ist, gewunken und angelacht.

Nachmittags habe ich dann etwas das Eis gebrochen, denn beim Spazieren gehen, bin ich immer ein paar Meter voraus und sie kam „nachgedackelt“. Irgendwann habe ich mich dann mal auf eine Bank gesetzt, um auf sie zu warten, denn man braucht für nur wenige Meter furchtbar lange mit ihr, da jedes Blatt, der Stein auf dem Weg angesehen werden muss. Naja, ich saß da so auf der Bank und dann kam sie, ist auf die Bank geklettert, hat sich direkt neben mich gesetzt, ihre Hand auf mein Bein gelegt und mich angeschmust. Jetzt sind wir wieder Freunde 🙂 !

Tag 9: 28.08.2008
Abgegeben – nach Hause gegangen!
Alles läuft ohne Probleme! Es ist einfach Wahnsinn wie toll sie das macht. Denn diesem Montag haben auch 2 Kinder mit der Eingewöhnungsphase angefangen. Der kleine Ignaz und ein kleines Mädchen. Das Mädchen ist lediglich 3 Wochen jünger und Ignaz ist sicherlich schon fast zwei. Aber die beiden weinen so jämmerlich, wenn die Mama jeweils geht, dass es einem fast das Herz zerreißen könnte. Mia hat noch kein einziges Mal geweint, wenn ich gegangen bin. Wir haben da einfach ein ganz tolles Mädchen und ich bin unheimlich stolz auf sie.
Zum Abholen bin ich heute ein dreiviertel Stunde später gekommen und Mia war gerade wach. Leider hat sich heute wohl ein wenig der Dienstag bemerkbar gemacht, sie ist wohl den ganzen Tag etwas arg kaputt gewesen, aber sie hat alles gut gemeistert.
Wir haben uns vor der Krippe mit Beate getroffen, um kurz nach Hause zu fahren und dann auf den Spielsplatz zu gehen. Schon während der Busfahrt hat sie eine halbe Packung Kekse gegessen. Ich weiß grad nicht, wo sie das hin steckt, denn zum Mittagessen hatte sie wohl schon 2 Portionen gegessen und dann noch so viel Kekse. Normalerweise bekommt sie so mal zwischendurch einen Keks und dann war es dann, aber heute hat sie gefressen, als hätte sie unendlichen Hunger.
Dafür habe ich auf dem Weg zum Bus und auf dem Spielplatz heute so unglaublich viel Liebe von ihr bekommen. Man hätte meinen können, sie gibt mir geballt all das zurück, was sie mir die letzten 2 Tage vorenthalten hat. Sie wollte auch gar nicht in den Buggy, sondern auf meinen Arm, hat immer wieder ihre Backe an die meine und dann sagt sie immer: „Mmmmmhhhh, llllllli“, das heißt so viel wie, ich hab dich so lieb. Das macht sie auch regelmäßig bei unserm Kater, der das allerdings nicht so dolle findet, wenn sie ihren Kopf auf seinen Po legt.

Tag 10: 29.08.2008
Offiziell ist die Eingewöhnungsphase nun vorbei. Gerade ist Mia noch in der Krippe, aber man hat mir schon gesagt, dass sie eingewöhnt ist und ich sie natürlich in der Zeit, in der ich noch nicht arbeite, nicht bis zum Schluss dalassen muss, sondern gerne so gegen 15:00 Uhr abholen kann.
Bin ja mal gespannt, wie ihr heutiger Tag in der Krippe war, wenn ich sie abhole. Aber ich bin zuversichtlich, dass es so schön war, wie all die anderen Tage und sie es am Montag kaum aushält wieder dort hinzugehen.
Und trotzdem freue ich mich auf unser Familienwochenende, dass wie hoffentlich bei schönes Wetter genießen können.

FAZIT:
Mia gefällt es in der Krippe so gut, dass ich mir definitiv keine Gedanken machen muss, das Gefühl zu bekommen, dass ich sie abschiebe, denn zwischendurch hatte ich schon das Gefühl. Ich weiß, sie ist dort gut aufgehoben und wir haben einfach ein klasse Kind, und auch in anstrengenden Zeiten, dürfen wir das nie vergessen.
Jetzt schon nach zwei Wochen merke ich, was sie sich alles von den anderen Kinder abguckt. Sie selber kann zwar immer noch nicht mit dem Löffel alleine essen (hätte ich auch nie erwartet nach so kurzer Zeit), aber wenn sie jetzt einen Löffel in die Hand bekommt, dann löffelt sie damit schon und gestern hat sie mich auch mit „durchsichtigem Brei“ gefüttert.
Auch sprachtechnisch passiert bei ihr gerade richtig viel. Wenn man sie etwas fragt und sie will das, dann kommt ein eindeutiges „Ja“ aus ihrem Mund und seit dieser Woche geht auch das „Nein“ mit schüttelndem Kopf, wobei es eher nach „Neun“ klingt 🙂 !

Ich kann nur sagen, ich sehe, wie wichtig es für Kinder in dem Alter ist, unter anderen Kindern zu sein, d.h. natürlich nicht, dass sie in die Krippe gehen müssen, aber unbedingt unter Gleichaltrige und natürlich auch etwas Ältere. Es ist gerade eine Zeit, wo sie sich soviel von den anderen Kindern abschauen. Es sind zwar Dinge, die sie auch bei den Eltern sehen (wie Essen mit dem Löffel), aber es ist einfach nicht das gleiche.

2 Responses to “Daycare, die zweite Woche in der Krippe”

  1. blogingpapa sagt:

    Im Ernst jetzt? Eingewöhnung ist vorbei? Heisst das, ich muss am Montag ALLEINE mit Mia zur Krippe? OGOTTOGOTTOGOTTOGOTT! Das schaff ich nie! Und wenn sie dann bei mir plötzlich ganz jämmerlich anfängt zu weinen, was dann? Bloggingmama, du musst am Montag nochmal mitkommen und mir den Ablauf erläutern. Ich bring dich dann auch wieder heim! OGOTTOGOTTOGOTT…

  2. bloggingmama sagt:

    Natürlich komme ich mit! Gerne auch noch die ganze nächste Woche, was soll ich denn mit all meiner freien Zeit anfangen 🙂
    Und für die Nachwelt muss ich hier nun auch hinterlassen, dass ich den Text am Freitag geschrieben habe, bevor ich Mia abgeholt habe. Und mein ganzes Lob und der Stolz waren beinahe zuviel. Denn heute wollte sie einfach keinen Mittagsschlaf machen, dafür hat sie dann im Buggy auf dem Heimweg ein bißchen gepennt. Und ich bin mir sicher, dass das noch einige Male passieren wird, aber das macht nichts.

    die bloggingmama

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