Muttersein

muttersein

Was soll ich nur denken, wenn ich so etwas lese? Klar, ich habe viel aufgegeben, aber das habe ich ja schon gewusst oder erahnt, als die Kinder noch nicht da waren. Und ja, ich habe viiiiiel dazugewonnen, das ich auf keinen Fall mehr missen will: Unendliche Liebe, Gebraucht-zu-werden, strahlende Kinderaugen, Kuscheleinheiten, Bastelarbeiten aus Krippe, Kindergarten und Schule. Und vieles, dass ich vorher noch nicht einmal ansatzweise erahnen konnte und auf was ich bestens verzichten kann: Kranke Kinder, riesige Wäscheberge, Streiterein um unaufgeräumte Kinderzimmer, nichtgemachte Hausaufgaben, kaputte, verlorene oder verlegte Spielsachen, schlechte Träume…

Ich liebe meinte Kinder, aber ich bin auch noch ich selbst. Ich gebe als Mutter alles und habe viele Sachen wie aus dem Handbuch gemacht: lange gestillt, Essen selber gekocht, Rituale eingeführt. Ebenso auch Dinge, die nicht in Ordnung waren, wenn der Geduldsfaden zu kurz war, ich Kummer, Sorgen oder auch Schmerzen nicht zu ernst genommen habe. Und dennoch bin ich ICH selbst und muss auch auf mich achten, nicht all meine Bedürfnis und Wünsche immer hinten anstellen. Und derzeit habe ich einen ganz großen Wunsch: Ich möchte wieder unter die arbeitende Bevölkerung. Meine Kinder sind beide in der Betreuung, ich habe kein schlechtes Gefühl dabei (auch wenn das Herz schon ab und an sehr blutet, wenn ich Anton weinend in der Krippe abgebe, aber ich bekomme immer bestätigt, dass er sich schnell beruhigt und ich weiss, dass man ihm dort mehr an Entertainment bieten kann, als ich oder gelegentliche Spielgruppen das könnten, er aber braucht), ich weiss, dass sie beide jeweils gut aufgehoben und betreut sind.

Und da kommen wir schon zu meinem Problem. Eine unflexible, arbeitswillige 2-fach-Mutter will offensichtlich in der Großstadt München keiner. Natürlich habe ich auch bestimmte Vorstellungen und ich habe meine Ansprüche aber auch schon heruntergeschraubt. Ich möchte 20 Stunden arbeiten, keine Wochenend- und Feiertagsdienste (hatte ich das nach dem Mutterschutz mit Mia und das hat mich fast meine Beziehung gekostet), ich übernehme gerne Verantwortung, bin lernfähig ebenso wie teamfähig und möchte aber keinen allzu langen Arbeitsweg haben. Aber das ist scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit, denn mein alter Arbeitgeber kann mir keinen Job anbieten (dass ich meinen alten nicht mehr bekomme, wurde mir bereits vor dem Mutterschutz gesagt, da ich ja die Arbeitszeit auch reduziere), aber ehrlich gesagt und es ist auch nur eine Vermutung, aber ich glaube, man will mich auch nicht mehr, denn eine wirkliche Alternative kann man mir offensichtlich auch nicht anbieten und jeder Kontakt/jedes erbetene Gespräch muss ich mir erkämpfen. Was also tun? Ich bewerbe mich! Als Reiseverkehrskauffrau mit zusätzlichem Fachwirt habe ich mich schon als Verkäuferin, Sekretärin, Teamasisstentin, Bürokraft…beworben. Aber keine Chance, ich werde noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, sondern bekomme per Mail oder Brief eine Absage. Ich bin ja froh, dass in Zeiten von Online-Bewerbungen überhaupt noch etwas zurückkommt, denn früher als alles auf dem Postweg kamen wenigstens irgendwann die Bewerbungsunterlagen zurück und man wußte: Ok, hat nicht geklappt!

Somit werde ich jetzt reichlich demotiviert und frustriert weiter Bewerbungen schreiben, vorausgesetzt ist finde überhaupt Stellenausschreibungen.

Leave a Reply