Ein „gscheides“ Dirndl fürs Derndl

 

 

 

 

 

 

 

 

Mia ist in ihrer Generation innerhalb der Familie das einzige „Münchner Kindl“, denn das kann man nur sein, wenn beide Eltern schon in München geboren sind. Und so ein „Münchner Kindl“ muss ja auch in Besitz einer Tracht, sprich eines Dirndls sein. Und nachdem ja Dirndl (wenigstens hier in München) grad wieder total hipp und in sind, fahren wir auf dem Zug gerne mit. So eine Tracht hat schon was, sie zeigt wo man herkommt, oder wo man sich zu Hause fühlt, sie sieht (meist) hübsch aus …[ausgenommen irgendwelcher Touristen, die viel zu kurze, viel zu grelle … Dirndl tragen] und auf den Festen verleiht es einem schon irgendwie ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Mias bisheriges Kinder- naja eher Babydirndl ist aus allen Nähten geplatzt, zu eng, zu kurz… kurzum eine Presswurst. Und nachdem Mama zum Geburtstag ihre Traumnähmaschine bekommen hat, stand das Projekt ja klar. Ein „gscheides“ Dirndl muss für den „Madl“ her, und keins von der Stange. Also sind wir los um Stoff zu kaufen. Und den durfte sich die zukünftige Besitzerin natürlich selber aussuchen, nur bei dem für die Schürze hat Papa mitentschieden.
Und zum Kocherlball war’s dann auch fertig und wurde ausgeführt. Was ist der Kocherlball? Der Name verrät eigentlich schon seinen Ursprung. Im 19. Jahrhundert war er ein Treffen der Hausangestellten, die sich früh morgens zum Sonnenaufgang, während die Hausherren noch schliefen, zum Tanzen verabredet haben. Heute ist er die bestbesuchte Volkstanzveranstaltung in München und findet traditionell im Englischen Garten statt. Und wir waren am 17. Juli zwar nicht zum Start um 6:00 Uhr morgens dabei, aber um 7:15 standen wir fit, fast ausgeschlafen und mit unserm Picknick-Koffer bereit zu tanzen im Englischen Garten.

Und dann natürlich die Wiesn. Viele Münchner scheuen ja das Oktoberfest, doch Mia und ich waren am Familientag zusammen mit ihrer besten Freundin Lilli und deren Mama einmal dort und dann nochmal mit der ganzen Familie. Denn seit letztem Jahr gibt es die Oide Wiesn. Hier zahl man Eintritt, die Fahrgeschäfte kosten alle nur je 1,- € und es ist das traditionelle Oktoberfest ohne Massenbeschäufnis. Also ideal, wenn man’s etwas ruhiger haben möchte und mit Kindern perfekt. Und hier sind wir alle, wir 3, Onkel und Tante sowie Oma und Opa in Tracht aufgelaufen. Und grad schön war’s, wo auch das Wetter am ersten Oktoberwochenende so gignatisch war. Leider wird es nächstes Jahr keine geben, da sie wegen des Zentralen Landwirtschaftsfests ein Jahr aussetzt, wir trauern jetzt schon.

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