„Was bisher geschah“

Es ist ja schon eine ganze Weile her, dass ich gebloggt habe, aber Mia hat mich kaum dazukommen lassen. Die erste Woche zu Hause mit Mia war tatsächlich, wenn ich jetzt so zurückdenke, ein Kinderspiel, da sie tatsächlich die meiste Zeit geschlafen hat. Sie hat sich gemeldet, wenn sie Hunger hatte oder die Windel voll war und wenn ich dann das „Übel“ entfernt/ erledigt hatte, hat sie wieder geschlafen. Doch schon in der zweiten Woche gingen ihre 3-Monats-Koliken los. Ich konnte mir bis zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal annähernd eine Vorstellung davon machen, wie viel Luft in so ein kleines Kind passt und mit welchen Geräuschpegel die Luft abwärts auch wieder rauskommen kann. Und ganz ehrlich: Es stinkt kaum weniger als bei einem Erwachsenen!Die Koliken/ Blähungen entstehen durch Luft. Die wiederum wird entweder direkt vom Kind geschluckt oder entsteht durch die Verarbeitung von Faserstoffen im Darm. Und aufgrund eines Enzyms, das im Margen für die Verdauung zuständigen ist und bei vielen Babys noch nicht ausreichend vorhanden ist, entstehen diese Koliken.

Etwa 30% aller Neugeborenen leidet in den ersten Wochen und Monaten an so genannten „3-Monats-Koliken“ und die Eltern mit ihnen. Sie lassen sich weder durch umhertragen, noch durch stillen oder füttern beruhigen.

Oft wird der Mutter vorgeworfen, etwas blähendes gegessen zu haben, doch für Blähungen des Kindes aber ist nachweislich die Ernährung der Mutter nur in wenigen Fällen wirklich verantwortlich. Selbstverständlich sollte man es mit Zwiebeln und ähnlichem nicht übertreiben.

Von der Nachsorgehebamme habe ich den Tipp bekommen, es mit einer bestimmten Art von Bauchmassage zu versuchen. Und wenn gar nichts funktioniert, dann mit Kümmelzäpfchen. Die Massage war absolut erfolglos und somit haben wir es mit den Zäpfchen probiert. Das ist eine wirklich harte Bestandsprobe für junge Eltern: So einen kleinen „Mini-Torpedo“ in diesen winzig kleinen Hintern zu schieben, Und sie hat dann immer geschrieen, als würde sie jemand abschlachten. Und ich konnte es so gut nachvollziehen, denn selbst ich hätte dieses Zäpfchen nicht haben wollen und mein Hintern ist wesentlich größer. Olli hat es am Anfang überhaupt nicht fertig gebracht, ihr ein Kümmelzäpfchen zu geben.

Ob die Zäpfchen wenigstens ein wenig geholfen haben, können wir nicht sagen, weil keiner weiß, wie viel sie geschrieen hätte, wenn sie keines bekommen hätte. Aber das super Wundermittel, wie es viele (Freunde, Hebamme, Apothekerin…) angepriesen haben, war es bei uns nicht.

Genau heute (16.08.2007) wird Mia 10 Wochen alt und die Koliken sind weitgehendst vorbei. Mittlerweile pupst sie ganz ungeniert immer und überall herum, denn Mama und Papa haben ihr gesagt, dass, sie solang sie noch so klein ist, das darf, denn alles was keine Miete zahlt, muss raus.

Zu den Koliken kommen dann auch noch die Wachstumsschübe, die ersten sind beispielsweise zwischen dem 7. und 14. Lebenstag, aber auch der 4. und 6. Woche. Die zwischen der 4. und 6. Woche habe ich deutlich mitbekommen. Sie hat für mich nach außen hin grundlos nur noch geschrieen. Unentwegt mit den Armen und Beinen um sich geschlagen. Wahrscheinlich weil sie auch Schmerzen durchs Wachsen hatte. Ich kann mich selber noch zu gut auch die Wachstumsschübe in der Pubertät erinnern, meine Schienbeine haben geschmerzt, dass ich mich teilweise kaum noch laufen getraut habe. Mia wächst aktuell rapide – ungefähr 1cm pro Woche.

Außerdem ist Mia sowohl laut Kinderarzt als auch der Hebamme frühreif. D.h. sie brabbelt auch bereits seit ihrer 6. Woche, obwohl das Babys eigentlich erst ab dem 3. Monat so richtig tun. Aber tatsächlich macht sie morgens die Augen auf und brabbelt los – Olli sagt, das hätte sie von mir, wobei ich das ja eher abends mache, wenn wir ins Bett gehen.

Sie ist auch extrem viel schon wach und sieht in die Gegend, so dass sie vor allem abends immer viel zu viel zu verarbeiten. Wenn sie dann ins Bett gehen soll, ist sie so reizüberflutet vom Tag, dass sie erst recht schreit, heult, strampelt und nicht schlafen will/ kann. ALSO, so toll „frühreif“ klingen mag, es ist es nicht!

Mittlerweile ist für mich schon eindeutig sichtbar, wann Mia einen guten Tag und einen weniger guten Tag hat. Ich sehe es ihr an und spüre es auch. Denn jeden Tag reagiert sie auch mehr auf uns. Beim Trinken an der Flasche, schiebt sie tatsächlich mit ihren Händen die Flasche weg, wenn sie mal ein Päuschen braucht oder nicht mehr kann. Wenn sie weint, und man betritt den Raum, dann wird es weniger oder manchmal hört sie tatsächlich schon auf. Und wenn die Windel voll ist und sie deswegen weint und sie merkt, man geht mit ihr ins Bad, um sie dort zu wickeln, dann wird sie schon mal leiser.

Sie kann auch schon richtig meckern, nölen, bis hin zu schimpfen. Sie bekommt dabei immer so einen niedlich eckigen Mund.

Vieles, was sie tut unterstützt sie zuckersüß mit Geräuschen, z.B. kann sie extrem genussvoll gähnen *uaaaaaaaaahhhhhh*.

Und unser wöchentliches Ritual, dass wir alle 3 in die Badewanne gehen, findet sie klasse. Zum planschen ist sie noch zu klein, aber ich hab das Gefühl, sie geniest dann immer das warme Wasser. Rausgehen aus der Wanne ist hingegen nicht so ihr Ding – wahrscheinlich ist’s dann einfach auf einen Schlag zu kalt. Aber auch das allmorgendliche Gesicht- und Händewaschen hasst sie. Manchmal schreit sie da, als hätte ich ihr mit dem Waschlappen ein Ohr abgerissen.

Mia geht Baden

Und seit 4 Wochen fällt mir immer wieder auf, dass sie sogar im Schlaf lächelt – dieses unkontrollierte Lächeln im Schlaf bei Babys nennt man Engelslächeln. Aber seit knapp 2 Wochen macht sie das auch tagsüber, ab und zu könnte man meinen, dass sie einen ein wenig auslacht und nicht anlacht – aber das bilde ich mir sicher nur ein. Heute morgen habe ich ihr irgendwas erzählt und sie dabei angelacht und sie hat zurückgelacht. Ich weiß nicht, ob es Zufall war, denn später hat es nicht mehr funktioniert, aber das werden die nächsten Tage zeigen.

Außerdem können wir uns sowieso zu den glücklichsten Eltern überhaupt schätzen: Mia schläft nämlich jetzt schon nachts durch. Sie geht mit uns ins Bett und steht mit uns auf. Ab und zu wenn sie vor dem Schlafengehen nicht richtig satt war oder mal wieder einen extremen Wachstumsschub hat, dann kommt sie einmal in der Nacht und will trinken/ essen. Und es ist gigantisch ganz normal 8 Stunden durchzuschlafen. Eher wach ich mal nachts auf und überprüfe, ob sie noch atmet 🙂 .

Mit Mütze schläft sicht’s super

Auf alle Fälle ist sie ein zäher Broken, na ja, eher ein Brökchen, denn selbst dass ich sie ein wenig mit einer angehenden Erkältung angesteckt hatte, hat sie locker weggesteckt. IST HALT UNSER KIND – UNSERE TOLLE MIA!!!

Papa+Mia und Minou

Und genauso toll sind ihre Oma und ihr Opa, denn die sind immer für mich und sie da, wenn wir zwei es mal wieder aufgrund Koliken, Wachstumsschüben etc. nicht mehr miteinander aushalten. Und Opa hat da seine ganz speziellen Mittel, um es Mia wieder gut gehen zu lassen, denn Schlafen ist die beste Medizin, für jung und alt.

Mia und Opa

Aber trotz alledem ist Mia so umgänglich, dass wir sie beinahe überall mit hinnehmen können. Hauptsache wir haben immer was zu Essen und Windeln dabei. Und so war Mia Ende Juli auf ihrer ersten richtigen Party: Armin hat am Flaucher seinen 40sten gefeiert und wir waren auch dabei!

Mias erste Party

Auf dem Rückweg von der Geburtstagsfeier haben wir noch ein witziges Video mit Mia gedreht. Es heisst „Shake the Mia“, weil es sie im Kinderwagen auf der Tierparkbrücke so richtig durchgerüttelt hat.

4 Responses to “„Was bisher geschah“”

  1. Katrin sagt:

    Hallo Claudia,
    vielen Dank für den schönen und langen Brief. Ich habe mich soooooooo sehr gefreut mal wieder von Dir zu hören. Noch schöner ist natürlich die Nachricht, daß Ihr beiden ein süßes Töchterchen bekommen habt!!! Die Seite ist wirklich toll. So kann ich Mia auch mal sehen! Sie ist wirklich ein hübsches kleines Mädchen. Ein langer Brief von mir folgt nach meinem Urlaub. Alles Gute für Euch Drei!
    Viele liebe Grüße
    Katrin

  2. na…..ich freue mich zu sehen das es noch einen blogger gibt den ich persönlich kenne.
    liebe claudia,
    so wie sich das liest….geht es euch gut…und ihr kommt mit eurem nachwuchs bestens klar.
    mia sieht wirklich zufrieden aus (wäre wohl jeder bei der pflege ).
    alle gute
    michi

  3. bloggingmama sagt:

    hallo michi!
    da war ich ja grad mal richtig platt, als ich deinen kommentar in meinem blog gesehen hab. mein ehemaliger chef schreibt mir!
    ab und zu schau ich auch in deinen blog oder auch beim „lehmännchen“, ist witzig, zu sehen, was andere so bloggen.
    ich hab mich halt entschieden als hausfrau und mutter nicht zu stricken, töpfern, pi, pa, po sondern zu bloggen 🙂 !
    mia und ich kommen nachher zu holi, weil der ad uns sehen möchte, vielleicht sehen wir auch dich!
    lg
    claudia

  4. hallo claudia,

    ich finde das bloggen deutlich produktiver ist …..und dabei deutlich mehr spaß macht ….also töpfern oder stricken.

    ich kann das aus eigener erfahrung bestätigen (wobei ich das stricken nie ausporbiert habe)

    gruß

    michi

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