Archive for Mai, 2015

Das leidige Thema „Kinderbetreuung“

Samstag, Mai 9th, 2015

Frechdachs kommt in die Krippe

Kinderbetreuung in München. Ich denke, darüber kann ich ein Buch schreiben…aber keine Sorge, das tue ich nicht, zumal es gefühlt, auch schon besser geworden ist über die letzten Jahre. Bei Mia habe ich blauäugig nach einem Krippenplatz geschaut, als sie etwa ein halbes Jahr alt war, in der Annahme, dass eine Vorlaufzeit von etwa 6-9 Monaten ausreichend wäre. In den Krippen der öffentlichen Träger wurde ich belächelt und man teilte mir mit, ich hätte mich bereits in der 12. Schwangerschaftswoche anmelden müssen. Naja, trotzdem haben wir letztendlich in einer privaten Krippe einen Platz ergattert und das auch zu einem humanen Preis. Bei Anton waren wir dann schon schlauer und haben bereits in der Schwangerschaft einen Platz in der gleichen Einrichtung, in der auch Mia in den Hort geht, angemeldet und bekommen. Dennoch gibt es seit diesem Jahr auch den Kita-Finder der Stadt, d.h. man kann sich online bei bis zu 7 seiner Favoriten-Kitas anmelden, die durch öffentliche Träger getragen werden und somit die günstigsten Krippen, Kindergärten, Horte sind. Noch bei Mia bin ich von Oktober bis März von Pontius zu Pilatus gelaufen und habe sie in 12 Kindergärten angemeldet. Das Procedere war vor 7 Jahren für Krippen das selbe. Alles schön und gut: Mia im Hort, Anton in der Krippe…beide Kinder an einem Ort, super zum Abholen, wenn ich wieder arbeiten gehe. ABER: Bereits am Anfang des Jahres ist das Konto leer. Drum haben wir uns trotz unseres privaten Platzes entschieden, mal bei den öffentlichen Einrichtungen anzumelden. Aus dem Bekanntenkreis, wo ein paar Erzieher und Kinderpfleger sind, kamen unterschiedliche Meinungen. Die einen meinten, wir hätten super Chancen auf einen Platz, weil Anton schon läuft und an sich selbständig isst und trinkt und so eine angenehme Eingewöhnung wäre zwischen vielen ganz kleinen, die im Extremfall erst 9 Monate alt sind. Die anderen meinten, ihn will keiner, da er ja dann schon fast 2 Jahre alt ist und ggfs. im Herbst drauf schon als Nachrücker (weil er 2 Wochen nach dem Stichtag geboren ist) in den Kindergarten kann, vorausgesetzt natürlich wir würden einen Platz bekommen. Und solche Kinder gewöhnt man nicht gerne ein, da sie ja dann nach einem Jahr wieder weg sind. Nichts desto trotz haben wir Anfang April einen Anruf erhalten, dass wir ab Mai einen Platz haben. Das war viel, viel Glück und ein wenig Vitamin B. Das schöne ist, dass er in die Gruppe kommt, in die bis September noch die kleine Schwester von Mias bester Freundin geht, sie kommt danach in den Kindergarten, weil sie bereits 3 ist. Und in einer anderen Gruppe arbeitet eine meiner Ballett-Kolleginnen, der wir vermutlich den Platz zu verdanken haben, denn sie hat der Krippenleitung Anton immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Na, und so ist Anton jetzt seit einer Woche hochoffiziell ein Krippenkind. Die erste Woche war sehr ereignisreich.

Resümee Krippe:

MONTAG: easy piesy

DIENSTAG: Anton wurde im Garten gleich von einem Jungen aus einer anderen Gruppe zu Boden gerissen. Der hat dann ordentlich eins auf den Deckel bekommen und später wurde der Junge vom schwarzen Hasen gebissen (die haben 2 Hasen im Garten), weil er die Finger in den Käfig gesteckt hat. Wer mein Baby unhaut, bekommt Rache……der Hase ist auf meiner Seite

MITTWOCH: Alles noch ok für Anton, dafür bei mir nicht. Ich leide… hab im großen Morgenkreis (mittwochs treffen sich alle Gruppen im Gang) angefangen zu heulen. Das ist vielleicht kacke, wenn einen 40 Augenpaare anstarren , davon etwa 36 unter 4 Jahren. Aber es war so emotional. Viele von den ganz Kleinen haben geweint, weil sie lastminute von den Eltern abgegeben wurden und die Verabschiedung zu kurz kam. Aber als sie dann mit der Gitarre die ersten Töne gespielt haben und es auf einmal mucksmäuschenstill war, ist bei mir ein Knoten geplatzt und die Tränen liefen. Süß war auch das Missverständnis, da die gitarrespielende Erzieherin dachte, ich wäre hochmusikalisch und sie hätte so schlecht gespielt.

DONNERSTAG: erst Trennung und viele Tränen. Lag aber vermutlich weniger an der Trennung als an einem vermeintlichen Schupser von einem anderen Kind. Es sah wohl so aus, als wären die zwei irgendwie zusammengestoßen und dann war alles zu spät und er hat nur noch geheult. Das andere Kind hat auch immer wiederbeteuert, sie wären nicht zusammengestoßen, doch zu Hause hab ich gesehen, warum er so geweint hat: Er hat einen blauen großen Zeh, da ist ihm vermutlich irgendwas saudoof draufgefallen und das andere Kind stand einfach zufällig in seiner Nähe. Wahrscheinlich hätte ich den blauen Zeh auch gar nicht entdeckt, wenn wir nicht an dem Tag Sandalen kaufen gehen hätten wollen, und Anton immer das Weinen angefangen, wenn ich mit dem Daumen auf die Schuhspitze gedrückt habe, um zu testen, wieviel Platz die Zehen noch haben.

FREITAG: Wir haben den ersten Krippenschnupfen, zu wenig geschlafen, einen blauen Zeh…. rundum ist der Tag doof und entsprechend war auch der Trennungsschmerz heute…viele, viele Tränen

 

Dann lassen wir uns überraschen, wie die nächste Woche wird. Es wird spannend bleiben!

Frechdachs

Frechdachs