Archive for Oktober, 2011

Traummonster sind für ein zartes Gemüt nichts

Sonntag, Oktober 16th, 2011

 

Heute war Mia das erste Mal im Kino. Wir als Eltern fanden es unglaublich schwer, einen passenden Film zu finden. Er sollte altersgerecht, kein allzu grosser Blödsinn, nicht zu lange laufen und ihr bis sie gross ist in Gedanken bleiben. Ich weiss auch noch meinen ersten Kinofilm! Bernhard und Bianca – Die Mäusepolizei! Und bei so einem kritischen Kind ist das wirklich schwer. Pumuckl mag sie nicht, weil der Pumuckl so schnell redet und Meister Eder so viel schimpft. Wickie hat so komische Freunde. Die Sandmännchen-Geschichten sind ihr zu fad, die Geschichten der „Kleinen Prinzessin“ kommen Mama und Papa schon wieder zu den Ohren raus… Welche Bücher mag sie? Aha, Lauras Stern! Wie passend, dass es da jetzt einen Film gibt, der ganz gut Bewertungen hat. Also, sind wir Sonntag Nachmittag ins Kino. Wir haben ihr im Vorfeld erklärt, dass das Kino sowas wie ein ganz grosser Fernsehr ist, dass es dann dunkel gemacht wird und auch noch andere fremde Menschen zusehen. Tatsächlich hat sie sich aber wohl irgendwas anderes vorgestellt, aber was, wissen wir bisher nicht. Und dann auch noch der Film. Die bisherigen Geschichten waren ja alle ziemlich harmlos und auf einmal sind da Traummonster. Wir müssen zugeben, dass ihr Gemüt dafür wirklich zu zart ist. Denn schon als das erste Traummonster auftauchte, fing sie an zu schreien und zu weinen. Ich bin dann raus mit ihr und hab ihr erklärt, dass das nicht echt ist, und dass sie sich das natürlich nicht fertig ansehen muss, dass wir heimfahren können. Aber das wollte sie nicht, sie wollte letztendlich doch wissen, wie es ausgeht und hat sich tapfer den Film angesehen und einfach weggesehen, wenn es ihr zu gruselig wurde.

Schnipp-schnapp… Haare ab

Samstag, Oktober 15th, 2011

Da sag ich so ganz gedankenlos zu Mia „Wir müssen mal wieder zum Frisör mit Dir, kannst Dir ja mal überlegen, ob Du nur unten ein bisschen abschneiden lassen willst, so dass das Kämmen wieder besser geht, oder ganz kurz, so wie der Papa und so halblang wie die Mama.“ Und da kam’s wie aus der Pistole geschossen „Ich will die so kurz wie die Mama haben“. Oh, oh, da hat mir das Herz geblutet, die schönen langen Haare, mit denen man so schöne Frisuren machen kann, die aber auch leider immer schnell ungewaschen aussehen, obwohl es erst einen Tag her ist. Ich hab Mia bestimmt noch eine Woche bequatscht, dass wir gerne die Haare so kurz schneiden lassen können, sie aber wissen muss, dass es dann erstmal eine Weile dauert, bis sie wieder so lang sind. Und sie war fest entschlossen, also ging es ab zum Frisör und beim ersten Schnipp tat’s schon irgendwie weh bei mir. Aber jetzt sind sie ab und ich kann mit grosser Sicherheit sagen, es sieht toll aus. Irgendwie sieht sie jetzt frecher aus, eigentlich genauso wie sie ist 🙂

Ein „gscheides“ Dirndl fürs Derndl

Montag, Oktober 3rd, 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

Mia ist in ihrer Generation innerhalb der Familie das einzige „Münchner Kindl“, denn das kann man nur sein, wenn beide Eltern schon in München geboren sind. Und so ein „Münchner Kindl“ muss ja auch in Besitz einer Tracht, sprich eines Dirndls sein. Und nachdem ja Dirndl (wenigstens hier in München) grad wieder total hipp und in sind, fahren wir auf dem Zug gerne mit. So eine Tracht hat schon was, sie zeigt wo man herkommt, oder wo man sich zu Hause fühlt, sie sieht (meist) hübsch aus …[ausgenommen irgendwelcher Touristen, die viel zu kurze, viel zu grelle … Dirndl tragen] und auf den Festen verleiht es einem schon irgendwie ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Mias bisheriges Kinder- naja eher Babydirndl ist aus allen Nähten geplatzt, zu eng, zu kurz… kurzum eine Presswurst. Und nachdem Mama zum Geburtstag ihre Traumnähmaschine bekommen hat, stand das Projekt ja klar. Ein „gscheides“ Dirndl muss für den „Madl“ her, und keins von der Stange. Also sind wir los um Stoff zu kaufen. Und den durfte sich die zukünftige Besitzerin natürlich selber aussuchen, nur bei dem für die Schürze hat Papa mitentschieden.
Und zum Kocherlball war’s dann auch fertig und wurde ausgeführt. Was ist der Kocherlball? Der Name verrät eigentlich schon seinen Ursprung. Im 19. Jahrhundert war er ein Treffen der Hausangestellten, die sich früh morgens zum Sonnenaufgang, während die Hausherren noch schliefen, zum Tanzen verabredet haben. Heute ist er die bestbesuchte Volkstanzveranstaltung in München und findet traditionell im Englischen Garten statt. Und wir waren am 17. Juli zwar nicht zum Start um 6:00 Uhr morgens dabei, aber um 7:15 standen wir fit, fast ausgeschlafen und mit unserm Picknick-Koffer bereit zu tanzen im Englischen Garten.

Und dann natürlich die Wiesn. Viele Münchner scheuen ja das Oktoberfest, doch Mia und ich waren am Familientag zusammen mit ihrer besten Freundin Lilli und deren Mama einmal dort und dann nochmal mit der ganzen Familie. Denn seit letztem Jahr gibt es die Oide Wiesn. Hier zahl man Eintritt, die Fahrgeschäfte kosten alle nur je 1,- € und es ist das traditionelle Oktoberfest ohne Massenbeschäufnis. Also ideal, wenn man’s etwas ruhiger haben möchte und mit Kindern perfekt. Und hier sind wir alle, wir 3, Onkel und Tante sowie Oma und Opa in Tracht aufgelaufen. Und grad schön war’s, wo auch das Wetter am ersten Oktoberwochenende so gignatisch war. Leider wird es nächstes Jahr keine geben, da sie wegen des Zentralen Landwirtschaftsfests ein Jahr aussetzt, wir trauern jetzt schon.