Archive for September, 2008

Eine Woche ist nun schon vorbei

Sonntag, September 21st, 2008

Über mich und meinen neuen Job kann ich noch nicht viel schreiben, bisher hab ich nach wie vor, das Gefühl, dass es die richtige Entscheidung war. Die Leute sind nett, ich hab noch viel zu lernen (aber was will ich anderes erwarten nach einer Woche 🙂 ), ich muss mich erst mal umstellen, denn Arbeiten ist ein andere Stress als Kindererziehung. Wobei ich dabei nicht sagen will, dass es stressiger oder weniger stressig wäre – es ist schlicht und ergreifend ein anderer Stress. Um 16:00 geht’s dann raus aus dem Büro und los zu Mia. So wirklich die Zeit nutzen bis sie dann ins Bett geht, geht noch nicht, aber ich bin mir sicher: Das wird, sobald da ein wenig Routine reingekommen ist.

Aber Mia hat diese Woche mal wieder einen riesigen Entwicklungsschritt gemacht. Denn bisher war es ihr egal, wenn sie ein Haar oder noch ein bisschen von ihrer Breze zwischen den Fingern oder irgendwo am Mundwinkel hatte. Einen Erwachsenen hätte das in den Wahnsinn getrieben. Kennt ja jeder, wenn man da so ein störendes Haar im Mund hat und es einfach nicht wegbekommt und dann so lang rumwischt und tut, bis man eigentlich gar nicht mehr weiß, ob es noch da ist oder ob man’s doch erwischt hat.

Seit dieser Woche stört sie das auch. Es ist göttlich, wenn sie dann an ihren Fingern oder Mund rumwurstelt, bis sie den „Störenfried“ endlich erwischt und „entfernt“ hat, da werden dann auch ganz ungeniert mal die Finger abgeschleckt 🙂

“back to the roots”

Sonntag, September 14th, 2008

Ab morgen wird sich alles ändern! Ab morgen wird Mia das Krippenkind von berufstätigen Eltern sein, denn ab morgen werde ich wieder arbeiten.

Ich freue mich schon ungemein darauf, zumal ich ja auch sehe, wie gut es Mia ist der Krippe gefällt und wie gut es ihr dabei auch geht. Ich bin auch schon ein wenig aufgeregt, denn ich werde entgegen der eigentlichen Planung einen neuen Job bei einer neuen Firma anfangen. Eigentlich war nach Mias Geburt geplant, dass ich nach ca. einem Jahr Teilzeit wieder bei meiner bisherigen Firma anfange, mir wurde zugesagt, dass meine bisherige Stelle freigehalten wird. Blöd, dass ich mir das nicht hab schriftlich geben lassen, denn als es an der Zeit war, alles zu planen, war meine Stelle angeblich gestrichen worden, was mir aber zu keinem Zeitpunkt je mitgeteilt wurde. Mir wurde zwar eine andere Stelle angeboten, doch das wäre eine Tätigkeit gewesen, die mich total unglücklich gemacht hätte. Und ich bin der Meinung, wer in seinem Job unglücklich ist, der kann auch kein vernünftiges Ergebnis abliefern. Außerdem war der Gehaltsvorschlag, den sie mir gemacht haben, meiner Meinung nach nicht realistisch: Man darf nicht vergessen, ich habe vor 10 Jahren bei der Firma mit einer 4-Tage-Woche (das entspricht 32-Wochenstunden) begonnen, habe mittlerweile ein erfolgreich abgeschlossenes Abendstudium gemacht und hätte jetzt (10 Jahre später) für eine 30-Stunden-Woche in etwa € 50,- mehr Gehalt bekommen. Außerdem wäre ich auch für 2008 nicht in die allgemeine Gehaltserhöhung mit reingerutscht, weil ich ja das vergangene Jahr nichts zum Betriebsergebnis beigetragen habe. Trotz alle dem habe ich lange, lange überlegt, abgewogen… und mich entschieden, mal einfach zu gucken, was der Markt so hergibt und welchen Marktwert ich habe, obwohl ich nur Teilzeit arbeiten möchte. Klar, man muss ganz klar sagen, dass weniger Teilzeit-Stellen ausgeschrieben werden und vielleicht auch viele, für die ich überqualifiziert bin, aber meine Prioritäten liegen einfach mittlerweile woanders: Bei meiner kleinen Familie zu Hause!
Somit habe ich bei meiner bisherigen Firma den angebotenen Job abgesagt (aber natürlich nicht gekündigt, bin ja noch in der Elternzeit) und mich nach etwas Neuem umgesehen. Und eigentlich ging es recht schnell, denn nach insgesamt 5 Bewerbungen, hatte ich zwei Zusagen und konnte mir jetzt noch aussuchen, wo ich hinwollte. Entschieden habe ich mich jetzt für die direkte Konkurrenz meiner bisherigen Firma, nicht aus Rachegründen, sondern weil der Arbeitsweg ideal ist (keine 10 Minuten zu Fuß) und weil mittlerweile dort auch einige Kollegen aus der alten Firma sind, was mir persönlich ein Sicherheitsgefühl gibt und ich so nicht total ins kalte Wasser springe. Außerdem stimmt die Bezahlung.

Wenn alles so wird, wie ich mir das vorstelle und wünsche, dann kann ich nur sagen: Danke h*** [alte Firma], für den Tritt in den Hintern, mich nach 10Jahren nach etwas Neuem umzusehen und vielleicht schätzt man mich und meine Qualifikationen hier mehr als bisher.

Außerdem ist mein eigener Chef selber 2facher Papa und kann eventuelle Probleme zu Hause mal eher verstehen. Das soll nicht heißen, dass ich Mia als Dauerausrede verwenden möchte, aber ich denke es gibt immer unvorhersehbare Probleme, die am besten andere Eltern verstehen, nachvollziehen können, und bei der alten Firma wäre ich eine kinderlose und kinderverständnislose Abteilung gekommen, somit hat’s mich jetzt besser erwischt.

Ich habe Angst und Respekt vor morgen, aber ich freue mich auch. Ich lasse mir auch von niemandem einreden, ich wäre eine Rabenmutter, weil ich mein Kind tagsüber weggebe, denn es tut ihr und mir gut. Mamas sind als Arbeitnehmerinnen nicht minderwertiger, sondern bringen vielleicht sogar mal mehr Geduld und Engagement auf, denn sie haben wie ich jetzt über ein Jahr das Megaprojekt „MIA“ hervorragend gemanagt.

Klar, ich habe noch nicht angefangen, zu arbeiten, aber ich denke, jeder der mit dem Gedanken spielt, sollte es versuchen, denn nur eine glückliche Mama hat ein glückliches Kind. Vielleicht hilf auch dieses Buch dem ein oder anderen, denn mir hat es die Augen noch ein Stück geöffnet und mir klar gemacht, dass ich definitiv kein schlechtes Gewissen haben muss, weil ich den Wunsch habe, wieder arbeiten zu gehen: go … Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Mamas Burn-Out, 2 Backenzähne und (zu)viele unruhige Nächte

Dienstag, September 9th, 2008

Ich höre sie schon gar nicht mehr. Mein Gehirn hat wohl die Frequenz Wenn-Mia-Nachts-Mault-Oder-Schreit-Dann-Reagiere-Nicht hochgefahren. Seit Wochen gibt es keine Nacht mehr, an der wir durchschlafen können, obwohl das doch so lange ging. Sicher, durchschlafen hieß trotz alle dem, dass Mia nachts mal gequengelt hat, aber dann hatte sie meistens den Schnuller verloren, den man ihr daraufhin wieder in den Mund gegeben hat und dann war die Sache auch schon erledigt. Aber seit bestimmt 3 oder 4 Monaten nimmt das Überhand, denn sie brüllt teilweise nachts richtig los oder meckert Ewigkeiten in ihrem Bett. Ich weiß, es findet gerade jetzt auch wieder eine Entwicklung bei ihr statt, dass sie richtig träumt, so wie wir Erwachsenen, aber ich komme mittlerweile wirklich auf dem Zahnfleisch daher!
Wenn das so weiter geht, dann kann ich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen, wie ich ab nächster Woche arbeiten gehen soll, denn meine Reserven sind gerade ganz gewaltig am Limit. Ständig bin ich krank und muss mich ewig auskurieren, und ich schieb das schon auch auf den mangelnden bzw. ständig unterbrochenen Schlaf. Ich muss zwar zugeben, dass Olli mittlerweile meistens geht, wenn sie schreit, aber wach bin ich natürlich trotzdem. Er sagt, es mache ihm nicht so viel aus, wahrscheinlich tappst er ferngesteuert ins Kinderzimmer und schläft danach weiter, als wäre nichts gewesen. Heute Nacht bin ich dann doch ziemlich ausgerastet, ich war so wütend, immer zur gleichen Zeit, meist ohne erkennbaren Grund… Meine Augenringe hängen schon irgendwo und ich wünsche mir gerade nichts sehnlichster, als dass sie endlich mal wieder in aller Ruhe durchschläft, das kann doch auch für Mia nicht gut sein. Klar, die vergangenen Woche war dann das höchste der Gefühle: Sie hat zwei Backenzähne auf einmal bekommen, d.h. eine Nacht haben wir ihr Bett 3mal frisch überzogen, weil ihr offensichtlich vor Schmerzen wahnsinnig schlecht war. Und dann waren natürlich die typische Begleiterscheinung des Zahndurchbrechens in der Windel zu sehen, d.h. am Samstag beispielsweise haben wir sie 4mal umziehen müssen, weil der Windelinhalt so flüssig und viel war, dass er schlichtweg auch die Klamotten erwischt hat.

Ich hoffe, das wird bald mal wieder, trotz der vielen Veränderungen, die sie gerade durchmacht: Krippe, Zähne und Co. Denn wie das sonst mit dem Arbeiten gehen soll, weiß ich noch nicht, denn gerade kann ich mir nicht vorstellen, ob ich tatsächlich noch irgendwo unentdeckte Kraftreserven gebunkert habe und selber nichts davon weiß. Ich glaube, der Burn-Out liegt sonst sehr nahe!

Dafür hatten wir gestern noch ein Highlight: Mias inoffizieller Pate war ganz überraschend aus Buenos Aires da. Er war zwar aus familiären, nicht so erfreulichen Gründen da, aber Mia hat sich umso mehr gefreut:

Mia und Andrey Mia und ihr Pate