Archive for August, 2008

Daycare, die zweite Woche in der Krippe

Freitag, August 29th, 2008

Und nun ist die zweite Woche der Krippeneingewöhnung angebrochen. Leider mit ein paar Stolpersteinen, die wir aber auch gut überstanden haben.

Tag 6: 25.08.2008
Ich glaube ja fast, Mia hat sich richtig auf die Krippe gefreut. Wenn ich sie schon zur Türe reintrage, wird sie ganz zappelig und will reinlaufen, das Hausschuhe anziehen ist ein Kampf, denn sie will unbedingt zu den anderen. Sie sitzt dann zwar immer erst mal an der Tür zum Spielraum und beobachtet alles. Es gefällt ihr offensichtlich sehr gut.
Heute hat sie sogar Mittagsschlaf in der Krippe gemacht. Die Erzieherin hat mir beim Abholen erzählt, dass sie auch erst gar nicht Mittag essen wollte, daraufhin würde sie ins Mittagsschlafzimmer (ein Matratzenlager) gebracht, doch als sie gemerkt hat, dass es draußen ganz leise ist und alle essen, wollte sie scheinbar doch etwas essen. Das hat sie dann auch getan und ist anschließend ins Bett.
Leider hat sie am Sonntag schon ihren ersten Krippen-Schnupfen bekommen, so dass wir uns heute auch gar nicht sicher waren, ob wir sie morgens überhaupt hinbringen sollen. Doch die Erzieherin meinte, das wäre kein Problem. Letztendlich läuft nun mal die Nase, sie hat aber kein Fieber und das ist schon in Ordnung.

Tag 7: 26.08.2008
Und schon wieder! Mias Schnupfen ist heute Nacht wieder gekippt und prompt hatte sie wieder die typische Pressatmung, die sie jedes Mal bei der Spastischen Bronchitis hatte. Irgendwie hatten wir gehofft, dass endlich mal ein ganz einfacher Schnupfen ein Schnupfen bleibt. Aber Pustekuchen! Und trotzdem muss ich sagen, es ist jetzt schon nach so kurzer Zeit das eingetreten, wovor ich panische Angst hatte: Sie ist krank geworden und bei ihr artet das immer gleich so aus! Ich hoffe nur, dass sich das bewahrheitet, was unsere Nachbarin gesagt hat. Ihr Kleiner war auch recht früh in der Krippe und die erste Zeit immer krank und nach einem halben Jahr war der Spuk vorbei und seither ist er kaum noch krank, und er ist mittlerweile 6.
Somit ist sie heute daheim geblieben. Es ist zwar sehr ungünstig, weil so eine Unterbrechung in der Eingewöhnungsphase natürlich nicht sehr nützlich ist, aber man kann es nun mal nicht ändern.
Auch unser Papa ist heute zu Hause geblieben, weil es mir selber nicht so gut geht. Irgendwie habe ich auch das Gefühl krank zu werden, aber außer Gliederschmerzen und der Drang nach unendlich viel Schlaf, habe ich keine weiteren Symptome.
Es war gut so, dass Papa da war, denn Mia war irgendwie sauer auf mich. Klar, es ging ihr mal wieder schlecht, aber sie hat mich nur mit dem A… angesehen und wollte auf keinen Fall von mir angefasst werden. Keine Ahnung, was in ihrem kleinen Kopf vorgeht.

Tag 8: 27.08.2008
Mit viel Inhalieren haben wir unser Kind wieder fit gemacht. Es ist immer extrem anzusehen, wie sie den einen Tag im Halbdelirium ist und am nächsten Tag außer einer kleinen Rotznase (in die mehr Rotz reinpasst, als man denken würde. Manchmal frag ich mich, ob da nicht doch tatsächlich Hirn mit rauskommt, wenn sie niest) ist alles wieder in Ordnung, sie ist vielleicht noch etwas schlapp, aber sonst ist die Pressatmung und alles andere wie weggeblasen.
Also sind wir heute in die Krippe, denn schon die letzten Male hatte unsere Kinderärztin gesagt, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, wenn der Schnupfen/ die Bronchitis ausgebrochen ist.
So wirklich in meine Nähe wollte Mia immer noch nicht. Das tut ganz schön weh, wenn einen das eigene Kind so verschmäht. In der Krippe habe ich dann der Erzieherin erzählt, dass sie gestern überhaupt nichts von mir wissen wollte. Und die hat nur gegrinst und gemeint, dass sie das schon häufiger gehört hat, und dass Mia wahrscheinlich wirklich böse auf mich war, weil ich diejenige bin, die sie immer in die Krippe gebracht habe, aber gestern halt nicht. Und scheinbar wollte sie da unbedingt hin. Das schmerzt, aber es tut auch gut, denn ich bin der festen Überzeugung, dass Mia auch in ihrem jungen Alter sehr gut weiß, was ihr gut tut und wo es ihr gefällt und das ist die Bestätigung, dass wir das alles schon ganz richtig machen.
Auch heute hat Mia wieder ihren Mittagsschlaf in der Krippe gemacht, diesmal sogar richtig lang, denn als ich sie abholen wollte, musste ich noch eine ¾ Stunde warten, den die kleine Schnarcherin hat geschlafen und geschlafen… Morgen werde ich etwas später kommen.
Und auf der Heimfahrt im Bus hat sie mir auch noch einmal deutlich gemacht, dass sie keinen Bock auf mich hat. Sie hat mich nicht angesehen, aber dafür jedem Fahrgast, der ein- bzw. ausgestiegen ist, gewunken und angelacht.

Nachmittags habe ich dann etwas das Eis gebrochen, denn beim Spazieren gehen, bin ich immer ein paar Meter voraus und sie kam „nachgedackelt“. Irgendwann habe ich mich dann mal auf eine Bank gesetzt, um auf sie zu warten, denn man braucht für nur wenige Meter furchtbar lange mit ihr, da jedes Blatt, der Stein auf dem Weg angesehen werden muss. Naja, ich saß da so auf der Bank und dann kam sie, ist auf die Bank geklettert, hat sich direkt neben mich gesetzt, ihre Hand auf mein Bein gelegt und mich angeschmust. Jetzt sind wir wieder Freunde 🙂 !

Tag 9: 28.08.2008
Abgegeben – nach Hause gegangen!
Alles läuft ohne Probleme! Es ist einfach Wahnsinn wie toll sie das macht. Denn diesem Montag haben auch 2 Kinder mit der Eingewöhnungsphase angefangen. Der kleine Ignaz und ein kleines Mädchen. Das Mädchen ist lediglich 3 Wochen jünger und Ignaz ist sicherlich schon fast zwei. Aber die beiden weinen so jämmerlich, wenn die Mama jeweils geht, dass es einem fast das Herz zerreißen könnte. Mia hat noch kein einziges Mal geweint, wenn ich gegangen bin. Wir haben da einfach ein ganz tolles Mädchen und ich bin unheimlich stolz auf sie.
Zum Abholen bin ich heute ein dreiviertel Stunde später gekommen und Mia war gerade wach. Leider hat sich heute wohl ein wenig der Dienstag bemerkbar gemacht, sie ist wohl den ganzen Tag etwas arg kaputt gewesen, aber sie hat alles gut gemeistert.
Wir haben uns vor der Krippe mit Beate getroffen, um kurz nach Hause zu fahren und dann auf den Spielsplatz zu gehen. Schon während der Busfahrt hat sie eine halbe Packung Kekse gegessen. Ich weiß grad nicht, wo sie das hin steckt, denn zum Mittagessen hatte sie wohl schon 2 Portionen gegessen und dann noch so viel Kekse. Normalerweise bekommt sie so mal zwischendurch einen Keks und dann war es dann, aber heute hat sie gefressen, als hätte sie unendlichen Hunger.
Dafür habe ich auf dem Weg zum Bus und auf dem Spielplatz heute so unglaublich viel Liebe von ihr bekommen. Man hätte meinen können, sie gibt mir geballt all das zurück, was sie mir die letzten 2 Tage vorenthalten hat. Sie wollte auch gar nicht in den Buggy, sondern auf meinen Arm, hat immer wieder ihre Backe an die meine und dann sagt sie immer: „Mmmmmhhhh, llllllli“, das heißt so viel wie, ich hab dich so lieb. Das macht sie auch regelmäßig bei unserm Kater, der das allerdings nicht so dolle findet, wenn sie ihren Kopf auf seinen Po legt.

Tag 10: 29.08.2008
Offiziell ist die Eingewöhnungsphase nun vorbei. Gerade ist Mia noch in der Krippe, aber man hat mir schon gesagt, dass sie eingewöhnt ist und ich sie natürlich in der Zeit, in der ich noch nicht arbeite, nicht bis zum Schluss dalassen muss, sondern gerne so gegen 15:00 Uhr abholen kann.
Bin ja mal gespannt, wie ihr heutiger Tag in der Krippe war, wenn ich sie abhole. Aber ich bin zuversichtlich, dass es so schön war, wie all die anderen Tage und sie es am Montag kaum aushält wieder dort hinzugehen.
Und trotzdem freue ich mich auf unser Familienwochenende, dass wie hoffentlich bei schönes Wetter genießen können.

FAZIT:
Mia gefällt es in der Krippe so gut, dass ich mir definitiv keine Gedanken machen muss, das Gefühl zu bekommen, dass ich sie abschiebe, denn zwischendurch hatte ich schon das Gefühl. Ich weiß, sie ist dort gut aufgehoben und wir haben einfach ein klasse Kind, und auch in anstrengenden Zeiten, dürfen wir das nie vergessen.
Jetzt schon nach zwei Wochen merke ich, was sie sich alles von den anderen Kinder abguckt. Sie selber kann zwar immer noch nicht mit dem Löffel alleine essen (hätte ich auch nie erwartet nach so kurzer Zeit), aber wenn sie jetzt einen Löffel in die Hand bekommt, dann löffelt sie damit schon und gestern hat sie mich auch mit „durchsichtigem Brei“ gefüttert.
Auch sprachtechnisch passiert bei ihr gerade richtig viel. Wenn man sie etwas fragt und sie will das, dann kommt ein eindeutiges „Ja“ aus ihrem Mund und seit dieser Woche geht auch das „Nein“ mit schüttelndem Kopf, wobei es eher nach „Neun“ klingt 🙂 !

Ich kann nur sagen, ich sehe, wie wichtig es für Kinder in dem Alter ist, unter anderen Kindern zu sein, d.h. natürlich nicht, dass sie in die Krippe gehen müssen, aber unbedingt unter Gleichaltrige und natürlich auch etwas Ältere. Es ist gerade eine Zeit, wo sie sich soviel von den anderen Kindern abschauen. Es sind zwar Dinge, die sie auch bei den Eltern sehen (wie Essen mit dem Löffel), aber es ist einfach nicht das gleiche.

15. Lebensmonat: 07.08.08 – 06.09.08

Freitag, August 29th, 2008

Eigentlich kann ich als Erkenntisse, des 15. Lebensmonats nur das Fazit (am Ende des Textes) von diesem Eintrag nehmen: Daycare, die zweite Woche in der Krippe

Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich unendlich stolz auf Mia bin und es immer schöner und lustiger (nicht dass es jemals nicht schön gewesen wäre) wird, weil man Tag für Tag mehr mit ihr anfangen kann.

Verrückte Hühner 1 Verrückte Hühner 2
Und auch wenn man es auf den Bildern nicht wirklich erkennt: Wir waren verkleidet und haben darauf gewartet, dass Papa von der Arbeit kommt

Daycare, die erste Woche in der Krippe

Freitag, August 22nd, 2008

Schon Tage vor dem Beginn in der Krippe ging’s mir nicht wirklich gut. Jeden Tag ein anderes Wehwehchen und das Gefühl, eine Megaerkältung zu bekommen. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass es die Anspannung war, die ich tatsächlich ziemlich unterschätzt habe.
Am Wochenende habe ich beim Frühstücken so die Heulerei bekommen, dass Mia gleich mit eingestiegen ist, obwohl sie sicher auch nicht wusste, warum. Ich ja auch nicht so richtig, aber sein Baby abzugeben ist einfach ein scheußlicher Gedanke, wo man doch über ein Jahr nur aneinander hing.
Aber ich wollte das so. Ich habe ja mein Abendstudium nicht gemacht, um es nicht zu nutzen. Und ich arbeite auch gerne, aber merke jetzt auch manchmal, dass ich ziemlich ausgepowert bin, und an regnerischen Nachmittag auch gar nicht mehr weiß, was ich mit Mia noch anstellen soll, denn Bauklotztürme immer und immer wieder aufzubauen, ist auf die Zeit gesehen ziemlich ermüdend. Klar, sie spielt jetzt schon längere Zeiten auch allein und ich bin unheimlich stolz, dass sie das kann. Aber ich muss auch meinen Weg gehen, denn wenn ich glücklich und zufrieden bin, dann ist sie das auch. In der heutigen Gesellschaft ist es vor allem für viele älteren Menschen, schwer zu verstehen, warum ich mein Kind tagsüber in die Krippe gebe. Aber ich weiß mittlerweile, dass ihr das gut tut. Und wenn mein Kind auch glücklich ist, dann bin ich’s auch! Und in anderen Ländern ist das schon beinahe normal, Ganztagsschulen, Krippe…und in den Ferien werden sie dann auch noch in Feriencamps geschickt. Nicht dass ich gar nichts von meinem Kind haben wollen würde, es muss auch genug Zeit in der Familie für uns 3 sein. Und die Wochenende und der Urlaub sind unsere Zeit, die nur uns gehört. Ich lasse mir einfach kein schlechtes Gewissen einreden. Und sollte ich merken, dass es ihr nicht gut tut, dann gibt es auch dafür eine Lösung.

Tag 1 der Krippeneingewöhnung:
18.08.2008
Baldrian war die letzten Tage mein Betthupferl, denn ich war wirklich aufgeregt. Doch Mia war an ihrem ersten Tag ganz hin und weg, jetzt zusammen mit Ferdinand, Annabell, Marvin, Viktoria und Dilara in die Gruppe gehen zu dürfen. Und im September und Oktober kommen noch weitere Kinder, unter anderem Anna, die Mia schon ein wenig kennt.
Es war alles noch etwas chaotisch, weil die Kinder der Gruppe der „Grünen Bienchen“ heute ihren ersten Tag im 1. Stock hatten (Im Erdgeschoss gibt es noch eine Gruppe). Der Tag wurde mit Liedern der gitarren-spielenden Ulrike begonnen. Dann gab es Brotzeit. Alle Zwerge saßen auf ihren Stühlen und es gab geschmierte Brote, Obst und Käse. Unsere Schnecke saß auch am Tisch, als wäre sie schon seit Ewigkeiten dabei. Sie hat zwar die größte Sauerei am Tisch gemacht, aber ihr Teller war am Schluss leer.
Die Erzieherin war ganz erstaunt, weil die Kinder wohl meist am ersten Tag nicht mit am Tisch sitzen wollen, sondern lieber bei Mama. Aber Mia hat mich noch nicht einmal mehr angesehen und somit wird morgen versucht gleich zu Schritt 2 überzugehen: Essen mit den anderen Kindern und Mama muss raus.
Ich kann nur hoffen, dass Marvin (er ist ziemlich genau so alt wie Mia, kann aber noch nicht laufen, was doch viel ausmacht, vor allem im Zusammenspiel mit den größeren Kindern) morgen nicht mehr so sehr weint, denn eigentlich ist er schon eingewöhnt. Doch die letzten 3 Wochen hatte die Krippe 3 Wochen Sommerferien und er wurde kurz vorher eingewöhnt. Doch die letzten 3 Wochen zu Hause bei Mama und Papa, war so schön, dass die Trennung von Papa heute morgen sehr hart für ihn. Er hat so geschrieen, als sein Papa ihn der Erzieherin übergeben hat. Mir ist richtig ein Klos im Hals stecken geblieben und die Tränen sind mir in die Augen geschossen, weil man ihm seinen Herzschmerz richtig ansehen konnte.

Tag 2: 19.08.2008
Heute war Mia etwas anhänglicher als gestern und so war ich mein Frühstücken dann heute doch dabei. Dafür hat sie gleich mal 2 Brote verschlungen, als gäbe es daheim nicht zu essen. Auf dem Heimweg ist die dann auch nur kurz eingenickt, und war zu Hause so überdreht, dass an Mittagsschlaf nicht zu denken war, da der Nachmittag einfach so aufregend war.
Morgen schauen wir mal, ob sie bis zum Mittagessen bleibt und ob ich beim Frühstück raus darf/ muss.

Tag 3: 20.08.2008
Wie auch schon bisher versuchen wir unsere morgendliche Kuschelstunde trotz Krippe beizubehalten. Da wird nämlich gekuschelt, Mia trinkt ihre Milch in Mama und Papas Bett und manchmal wird noch ein wenig gedöst.
Sowohl heute als auch gestern ist Mia tatsächlich wieder eingeschlafen.
Und danach geht’s dann richtig rund, ein wirklich gut eingespieltes Team sind wir noch nicht, und an unserm Zeitmanagement müssen wir definitiv noch arbeiten, aber so ist das halt, wenn 3 Leute irgendwie ins Bad müssen 🙂 ! Aber ich bin mir sicher, dass bekommen wir aus alle Fälle noch hin.
Heute hat die erste Trennung stattgefunden. Mia hat ohne mich gefrühstückt. Und weil es so gut lief, hat sie tatsächlich danach noch ein ¾ Stunde ohne mich gespielt. Ich saß mit meiner Lektüre allein einsam in der Garderobe bei angelehnter Tür. Mia kam zwar ein paar Mal herein, weil Ulrike, die Erzieherin, 2 Kinder wickeln musste (der Wickeltisch steht auch in der Gardarobe), aber sie hat mich keines Blickes gewürdigt, sondern mit Annabells Puppe in der Hand, die sie sich offensichtlich ausgeliehen hatte, Ulrike beim Wickeln zugesehen und ist dann wieder rausmarschiert. Irgendwie ein unschönes Gefühl, wenn einen das eigene Kind nicht beachtet, aber andererseits auch ein gutes, weil sie nicht immer nur auf mich fixiert ist und so die Trennung wenigstens für sie nicht so arg wird. Aber genauso ist sie einfach, sobald andere Kinder da sind, da sind Mama und Papa erst mal für eine gewisse Zeit abgeschrieben, das haben wir ja im Urlaub schon gemerkt.
Heute sind wir sogar bis zum Mittagessen geblieben. Bisher gab’s bei uns immer noch Gläschen. Ich muss zugeben, irgendwie aus Bequemlichkeit: Schnell gekauft, schnell aufgewärmt und dann gegessen, aber damit ist jetzt Schluss. Natürlich hat sie auch ab und zu bei uns mitgegessen, aber eben nicht regelmäßig. Irgendwie weil ich schon noch den Kontrollzwang hatte, zu wissen, wie viel sie isst, was einfach nicht geht, wenn sie bei uns mitisst, da doch auch so einiges im Hochstuhl und am Boden landet.
Heute gab es Reis mit Gemüse. Peinlich war mir ja schon, dass sie die einzige ist, die noch nicht selbständig mit dem Löffel essen kann, sondern alles in die Finger nimmt. Vor allem in letzter Zeit haben wir ihr gezeigt, wie das mit dem Löffel funktioniert. Wie haben ihr sogar oft was auf den Löffel gelegt und ihn ihr dann in die Hand gedrückt. Nur was macht sie? Mit der freien Hand nimmt sie dann das Essen vom Löffel und schiebt es sich in den Mund. Auch eine Möglichkeit!
Ich bin ja mal gespannt, ob sie sich das Essen mit Besteck bald von den anderen Kindern abguckt, denn wir essen zwar zu Hause auch nicht alles mit den Fingern, aber unter Anleitung hat einfach noch nicht gefruchtet.
Spannend wird’s dann morgen!

Tag 4: 21.08.2008
Heute war das Frühstücken wieder ohne mich, allerdings wurde ich heute nicht nur in die Gardarobe sondern vor die Tür gesetzt. Nein, so schlimm war es nicht! Aber ich sollte einfach eine Runde um den Block drehen und nach einer halben Stunde wieder kommen. Gesagt – getan! Währenddessen hat Mia im Kreise der anderen Kinder ein Müsli mit Joghurt und 2 Brote verspeist – ich glaub, die Erzieherinnen meinen schon, dass Mia daheim nichts zu Essen bekommt 🙂 !
Tja, und weil das so gut geklappt hat, wurde ich danach nach Hause geschickt, weil sie den Trennungszeitraum verlängern wollten. Ich sollte also wiederkommen, wenn die Kinder zu Mittag gegessen haben. Jetzt war es an der Zeit, mich selber zu beschäftigen, und damit ich keine Gewissensbisse oder mir irgendwelche Gedanken mache, war ich auch den ganzen Vormittag unterwegs und hab alles mögliche erledigt (Einkaufen, Housesitting bei einer Bekannten, die im Urlaub ist…), was ich eigentlich für heute Nachmittag mit Mia zusammen geplant hatte. Die Erzieherinnen sind ganz fasziniert von Mia, weil sie sich schon wieder so toll macht. Aber irgendwie klar, denn sobald andere Kinder da sind, dann bin ich eh immer erst mal abgeschrieben. Ich hoff einfach, dass es weiter so gut läuft und ich nachher nicht zu sehr leide, weil ich dann ohne meine Schnecke bin.
Und als sie abgeholt habe, war sie fix und fertig. Sie hatte vor Müdigkeit noch nicht einmal mehr Mittaggegessen und lag schon im Schlafraum, wo sie allerdings nicht geschlafen hat sondern mit Sami (einem Jungen aus der anderen Gruppe) Faxen gemacht hat. Als sie mich gesehen hat, hat sie so sehr gestrahlt, dass ich hätte heulen können.
Sie ist glücklicherweise dann im Buggy auf der Heimfahrt schon eingeschlafen. Ich hab den Buggy einfach ins Kinderzimmer geschoben (ist mir zu heikel sie rauszunehmen und ins Bett zu legen, denn oft wacht sie auf und will dann nicht mehr schlafen) und den anstehenden Haushalt gemacht. Und sie hat geschlafen und geschlafen und geschlafen – insgesamt 2 ¼ Stunden, was ich so gar nicht von ihr kenne. Nachmittags haben wir dann noch gespielt und waren spazieren, doch abends war sie dann schon wieder so müde, dass sie beim Abendbrot fast eingeschlafen ist. So viel Neues und Aufregendes macht so unendlich müde.

Tag 5: 22.08.2008
Die erste Woche ist vorbei. Eigentlich lief der heutige Tag so wie gestern. Allerdings wurde ich gleich nach einer halben Stunde weggeschickt und Mia war unglaublich anhänglich und hing ständig an meinen Beinen. Ein schönes Gefühl, dass sie weiß, wo sie hingehört, aber gerade nicht sehr passend, denn die Tränendrüsen der Trennung sind bei so etwas sehr aktiv. Aber wir haben es geschafft, bzw. „Frau Böhm“ (= alle ihre Kuscheltiere, Puppen usw. werden nach dem Schenker benannt und das ist ihr Schnuffeltuch mit Bärenkopf, dessen Schenker männlich ist, und das Tuch ist definitiv weiblich, weil es rosa ist und es von seinem Namen keine weibliche Variante gibt) hat die Trennung heute erleichtert. „Frau Böhm“ ist eine absolute Trösternatur, wahrscheinlich brauch ich für nächste Woche dann auch eine 🙂 !
Jetzt hab ich sie vorher abgeholt. Sie war noch am Mittagessen, sah aber glücklich und zufrieden aus. Mit Spätzle und Gemüse im Gesicht hat sie mich mit dem schönsten Strahlen im Gesicht und einem Winken begrüßt. Allerdings ist sie noch nicht einmal aufgestanden als ich da war, klar, sie war mit dem Essen noch nicht fertig und lecker war es obendrein!
Jetzt schläft sie wieder fix und alle und nachher treffen wir uns mit Julian und Max und ihren Mamas! Hoffentlich ist sie bis dahin wach.
Ich freu mich auf unser gemeinsames Wochenende und sehe gespannt auf nächste Woche, wenn der Mittagsschlaf dann auch in der Krippe stattfinden wird.

Mehr schreib ich dann spätestens nächste Woche.

Unser Urlaubsvideo

Sonntag, August 17th, 2008

6 Wochen nach unserm Urlaub haben wir es endlich geschafft ein schönes Video zusammen zu stellen. Vielleicht können wir dem einen oder anderen etwas Urlaubs-Feeling, der ein paar Minuten Zeit hat, vermitteln, deswegen unbedingt mit Ton ansehen 🙂

Fremde kleine Egoisten und dann soll man noch erziehen?

Sonntag, August 3rd, 2008

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich folgenden Artikel in der Zeitschrift „Eltern 07/2008“ gelesen und fand das alles ganz einleuchtend:

Artikel

Und dann kommt man selber in die Situation. Ich war mit Mia auf dem Spielplatz, sie hat dort mit noch 2 weiteren etwa gleichaltrigen Kindern schön im Sand gespielt. Da kommt ein kleiner Junge, ich denke, er war schon3, mit seinem Opa auf dem Spielplatz. Der Opa hat sich gemütlich auf eine Bank gesetzt, während sein Enkel viele wesentlich kleinere Kinder geärgert hat und ihnen ihr Spielzeug weggenommen hat. Denn er selber hatte außer seiner Trinkfalsche gar nichts dabei, und somit wollte er mit den Schaufeln, Eimern… der anderen spielen. Doch anstatt zu fragen, ob er mitspielen kann oder es sich ausleihen darf, ist er einfach hin und hat den anderen Kindern die Spielsachen aus den Händen gerissen und ist damit einfach weggegangen. Das hat er auch bei Mia gemacht. Sie hat gerade munter mit ihrer Schaufel Sand in den Eimer, da entreißt er ihr die Schaufel, nimmt den Eimer und trottet davon. Als ich ihm sagte, er solle die Sachen zurückbringen, meinte er: „Nein, ich spiel jetzt damit – und zwar alleine“. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass er gerne mit den Sachen spielen kann, er sich dafür aber zu uns setzen muss und mit den anderen zusammenspielen. Widerwillig kam er wieder, wollte aber Mias Schaufel und Eimer mit niemanden, auch nicht mit Mia teilen, sondern hat sie nur angeschrieen: „Ich warne Dich, ich spiel jetzt damit und Du nicht! Ich warne Dich!“
Ich war schockiert! Der Opa hat in seine Zeitung vertieft, nichts von all dem mitbekommen, obwohl sein Enkel dieses Spielchen sicher eine halbe Stunde gespielt hat. Hätte ich zu ihm gehen sollen, und sagen, dass sein verrotzter Enkel Kinder ärgert, die noch gar keine Chance haben, sich zu wehren? Soll ich versuchen, dem Kleinen zu erklären, dass man so nicht mit anderen umgeht und schon gar nicht mit so kleinen, die sich noch nicht wehren können? Hätte ich ihm einen vorübergehenden Tausch der Spielsachen gegen etwas von ihm vorschlagen sollen. obwohl er nichts dabei hatte?

Immer wieder ist mir der Artikel durch den Kopf geschossen, doch in dem Moment war ich so machtlos, zumal keine der anderen Mütter versucht hat, ihm klarzumachen, dass es so nicht geht, sondern ihm einfach die Spielsachen ihrer Kinder wieder entrissen haben.

So ein Moment ist die wahre Herausforderung, die ich ih Zukunft besser meistern werde!

Mia auf dem Spielplatz unter dem Spielturm Mia auf dem Spielplatz: Auf der Mauer auf der Lauer Mia beim “Modeln” auf dem Spielplatz Mia beim “Posing” auf dem Spielplatz

14. Lebensmonat: 07.07.08 – 06.08.08

Samstag, August 2nd, 2008

Laufen kann Mia jetzt schon. Jeden Tag perfektioniert sie es mehr. Ich sag immer, sie läuft halt wie ein Hosenscheisser :-), sie läuft noch sehr breitbeinig als würde sie eine stählerne Windel tragen. Und jeden Tag läuft sie ein paar Meter weiter (gestern ist sie die halbe Strecke zum Spielplatz selber gelaufen), barfuss oder in Socken ist sie schon richtig sicher, mit Schuhen funktioniert’s noch nicht ganz so gut. Sogar schleichen kann sie schon, denn vor einigen Tagen hatte ich die Wohnungstür offen gelassen, weil ich gerade den Buggy, der vor der Türe steht, mit all den Dingen „beladen“ habe, damit wir spazieren gehen können, da ist sie auf einmal weg. Tja, und wo habe ich sie gefunden? Sie war an mir vorbeigeschlichen und war gerade auf der Treppe Richtung erster Stock unterwegs.

 

Seit dem Urlaub hat sie auch die „da-da“-Phase. Sie sieht Dinge an und sagt „Da!“. Seit ein paar Tagen zeigt sie nun auf alles möglichen und sagt immer hocherfreut „Da!“. Und wir betiteln alles, auf das sie zeigt. Den lieben langen Tag haben wir dann solche Dialoge:

Mia: Da! (zeigt auf etwas)

Mama oder Papa: Ja, das ist ein Buch!

Mia: Da! (zeigt auf etwas)

Mama oder Papa: Das ist Deine Ente (die Badeente natürlich)

Mia: Da! (zeigt auf etwas)

Mama oder Papa: Das ist eine Blume!

Mia: Da! (zeigt auf etwas)

Mama oder Papa: Und sind Deine Zehen!

Und somit bestätigt sich die Aussage des amerikanischen Entwicklungsforscher Daniel N. Stern, dass die Sprache dem Kind das wirkungsvollste Werkzeug, das wir für das Zusammenleben mit anderen besitzen, schenkt. Mia selber kann natürlich ausser ‚Mama‘, ‚Papa‘ und ‚Wawa‘ (damit meint sie unsere Katzen, da die so ein ähnliches Geräusch machen, wenn sie ihnen mal wieder auf den Schwanz gestiegen ist oder zu heftig gestreichelt hat) bisher keine anderen Worte, denn auch ihr erstes Wort ‚Katze‘ „funktionierte“ auf einmal nicht mehr, aber durch unsere Betitelungen lernt sie so wenigstens andere Worte, Gegenstände kennen, auch wenn sie sie noch nicht sprechen kann – das hoffen wir wenigstens.

 

Mia und Shakur im Garten 1 Mia und Shakur im Garten 2 Mia und Shakur im Garten 3