Archive for the ‘Geburt’ Category

Wie war die Geburt für mich?

Freitag, Juni 22nd, 2007

Auf Wunsch des BloggingPapas schreibe ich heute noch darüber, wie ich die Geburt empfunden habe. Wahrscheinlich hätte ich das schon früher machen sollen, damit nicht schon zu viel in meinem Kopf verblasst, aber lieber jetzt als nie!?!?

Also, nachdem feststand, dass ich um eine OP so und so nicht herumkommen würde, sind wir gemeinsam in den Klinikgarten (eigentlich ist es lächerlich das Garten zu nennen, denn es waren etwa 10qm gepflasterte Fläche, 3 Parkbänke, ein großer Mülleimer mit Aschenbecher aber dafür wirklich viel Grün und Blumen drum herum) um den Gedanken sacken zu lassen.

Als wir dann wieder hoch zu meinem Zimmer in den 3. Stock gingen, war mein Bett bereits auf die Wöchnerinnen-Station im 4. Stock gebracht worden und eine freundliche Schwester meinte, ich solle einfach noch meine restlichen Sachen aus dem Schrank und dem Bad hochtragen, die anderen Sachen hätten sie schon hochgebracht. Oben wartete man schon auf mich, sogar der OP-Kittel lag schon bereit. In der viertel Stunde, die wir im Garten waren, hatte sich mein anstehender Kaiserschnitt schon vom Kreißsaal in den 3. und dann in den 4. Stock rumgesprochen. Tja, und dann musste ich noch mal in den Kreißsaal, weil dort die Anästhesistin auf mich wartete, um mich über die Risiken der Spinalanästhesie (ähnlich wie eine PDA, d.h. über das Rückenmark wird man etwa ab Bauchnabelhöhe bis hin zu den Beinen narkotisiert, d.h. man bekommt sonst soweit alles mit) aufgeklärt, da ging von Lähmungserscheinungen über Kopfschmerzen usw. Da wurde mir zum ersten mal richtig klar, dass es sich so gesehen um eine richtige OP handelt.

Auch im Kreißsaal lag so ein schickes OP-Flügelhemdchen für mich bereit. Ich wurde dort auch gleich für den Kaiserschnitt fertig gemacht: Hemdchen an, die Infusion neu gesetzt (die alte, die ich bereits seit Montag hatte, war „undicht“ geworden) und an einen neuen Tropf dran, Schmuck ab (doch mein Ehering der wollte nicht und somit durfte ich ihn dran behalten). Und dann ging’s auf der Liege im Aufzug direkt in den Keller in den OP. Ich war zu dem Zeitpunkt so froh, dass Olli die ganze Zeit da war, er stand die ganze Zeit mir bei. Ich konnte ihn zwar wahrscheinlich nicht so beachten, wie ich es gerne getan hätte, aber irgendwie war ich dann doch sehr auf mich fixiert. Und auch wenn ich angeblich erst mal die Ruhe selbst ausgestrahlt habe, bekam ich unten im OP tatsächlich Bammel. Sie haben mich da reingeschoben, da standen schon zwei Muskelpakete der Berufsfeuerwehr zusammen mit einer Notfall-Kinderärztin und einem mobilen Brutkasten, die für den Notfall geordert worden waren, da Mia ja nun eindeutig 4 Wochen zu früh kam. Mein Arzt, der Facharzt, der uns über den Kaiserschnitt aufgeklärt hatte, die Hebamme, die Anästhesistin und bestimmt noch 3 oder 4 OP-Schwestern huschten hier rum. Olli wurde gebeten, sich auch in die grüne OP-Schale zu werfen und kam wie schlotternder grüner Frosch zurück zu mir als er sich umgezogen hatte. Ich konnte in seinem Gesicht sehen, dass er unglaublich hilflos war (er war bisher noch nie in einem OP gewesen und natürlich schon gar nicht als „Zuschauer“), mir aber sagen wollte, dass ich so tapfer sei. Aber ich war nicht tapfer, denn ich hatte Schiss! Schlotternd saß ich auf der OP-Liege. Ich glaube, ich habe am ganzen Körper gebibbert vor Angst und Nervosität. Olli stand vor mir und hat einfach nur meinen Kopf gehalten. Nichts besseres hätte er tun können!

Dann kam die Anästhesistin um mir in die Wirbelsäule erst mal eine örtliche Betäubung zu geben und dann anschließend die Spinal zu setzen. Ich sollte einen Katzenbuckel machen und mir vorstellen, mit meiner Wirbelsäule gegen die Nadel zu drücken. Das soll mir mal einer vormachen mit so einem Bauch vorne dran. Katzenbuckel, aha! Da meine Wirbelsäule seit eh und je krumm, schief und verschoben ist, gestaltete sich das für die Anästhesistin etwas schwierig, deswegen hat sie mich sicherlich 6 oder 7 mal gestochen. Hauptproblem war, dass sie auch immer sagte „Achtung, jetzt macht’s pieks!“, aber sie sagte das immer zu spät, denn ihr „piiiiiieks“ kam immer nach dem tatsächlichen Stich, so dass es wirklich schwer war, sich darauf einzustellen. Doch irgendwann hatte sie scheinbar dann doch die richtige Stelle getroffen und konnte somit die Spinal legen. Und wenn die dann das wirken anfängt, ist das ein wirklich sehr seltsames Gefühl, denn erst wird der Po ganz wohlig warm und dann geht’s ganz langsam die Beine runter. Eigentlich ein sehr angenehmes Gefühl, und wenn dann alles taub ist, weiß man nicht mehr, ob alles kalt oder doch warm ist. Naja, als die Betäubung bei mir auch im kleinen Zeh angekommen ist, dachte ich nur: „ Wenn jetzt ein hungriger Löwe hier in den OP kommt, dann können alles flüchten, aber ich ganz sicher nicht!“. Welch Schwachsinn einem in so einem Moment durch den Kopf geht, echt lächerlich.

Und dann ging’s los, ich wurde hingelegt, mit einem OP-Tuch wurden mir und Olli (der mittlerweile am Kopfende bei mir war) die Sicht nach unten verdeckt. Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass ich auf meinem Bauch gespürt habe, dass die Ärzte ihn mit kaltem Jod desinfiziert haben und die Haut um die Stelle, an der aufgeschnitten wurde, abgeklebt haben. So ein wenig wie Maler mit ihrer Abdeckplane, so wurde da auch irgendwas auf mir festgeklebt. Auf meiner Brust muss irgendwo so eine Nierenschale oder ähnliches gestanden haben, da die Ärzte dort immer wieder ihr OP-Besteck reinschmissen haben und auch wieder was rausgenommen haben, das konnte ich hören und auch spüren.

Es war wirklich ein seltsames Gefühl, wenn man zwar die Schnitte nicht spürt, aber trotzdem mitbekommt, dass an dem Bauch ziemlich rumgezerrt wird. Der Facharzt hatte uns auch im Vorfeld genau erklärt, wie geschnitten wird. Der erst Schnitt ist knapp über dem Schambein etwa 15cm lang von rechts nach links. Dann werden die Bauchmuskeln durchtrennt, die allerdings von oben nach unten, da sie durch eine Muskelplatte die eben von oben nach unten verläuft, gehalten werden und dann wird die Gebärmutter geöffnet, das geschieht wieder von recht nach links.

Ich hatte in dem Moment kein Zeitgefühl, außerdem war ich abgelenkt, weil mir urplötzlich unglaublich schlecht wurde, doch die Anästhesistin hat mir hiergegen ein Wundermittel in die Vene geschossen, so dass es schlagartig wieder ging, aber daraufhin dachte ich mein Kopf zerspringt. Ich habe noch nie solche Schmerzen im Kopf empfunden wie in diesem Moment, aber auch hierfür bekam ich ein Wundermittel. Und Olli war die ganze Zeit bei mir und hat mir immer wieder gesagt, dass ich das alles so toll mache. Leider konnte ich es in dem Moment nicht, aber ich hätte ihm gerne gesagt, dass er das auch sehr toll gemacht hat.

Und dann war Mia da! Noch ganz blau angelaufen und voller Käseschmiere! Und geschrieen hat sie, wie am Spieß! Sie wurde gleich von einer Schwester zur Notfall-Kinderärztin gebracht, ich habe Olli hinter ihr hergeschickt, denn ich konnte ja nicht :-)!

Kurze Zeit später haben sie sie mir in ein Laken gewickelt bebracht. Während ich zugenäht worden bin, konnten wir ein paar Minuten kuscheln. Hiervon gibt es sogar von der Hebamme gemacht ein unglaublich hässliches Polaroid-Bild! Ein Erinnerungsfoto halt, das mir aber viel bedeutet!

Als dann alles vorbei war, habe ich mit Entsetzen feststellen müssen, dass an dem OP-Tuch, dass uns die glücklicherweise die Sicht versperrt hatte, Blutspitzer befanden. Ziemlich ekelig! Auch wenn es mein Blut war!

Und während der gesamten OP haben die Ärzte sich versaute Witze erzählt. Die Witze selber habe ich gar nicht wahrgenommen, nur dass sie viel gelacht haben und die Hebamme sie zwischendurch daran erinnerte, dass ich keine Vollnarkose habe und meinte: „Meine Herren, die Patientin ist wach!“

Als alles fertig war, wurde ich aus dem OP geschoben, ich konnte noch mal einen kurzen Blick in den mobilen Brutkasten werfen und zusehen, wie einer der Muskelprotze der Feuerwehr versuchte bei der immer noch brüllenden Mia vergebens Blutdruck zu messen. Die Kinderärztin kam auf mich zu und erklärte mir, dass sie Mia nur vorsorglich in die Kinderklinik mitnehmen würden und ich mir keine Sorgen machen soll, da es tatsächlich wirklich nur Vorsicht sei und kein akuter Notfall bestände.

Vage kann ich mich auch noch daran erinnern, dass irgendjemand zu Olli meinte, ob er die Plazenta sehen wolle und ihm so einen silbernen Napf (sah ein bisschen wie so ein Hundenapf aus) unter die Nase gehalten hat. Mehr weiß ich nicht, doch jetzt in Nachhinein hat Olli mir erzählt, dass er sie sich angesehen hat und man ihm auch erklärt hat, was was ist. Doch appetitlich sei es nicht gewesen. Ich muss zugeben, ich glaube, ich hätte sie schon auch gerne gesehen, aber dafür ist’s jetzt zu spät.

Ende gut, alles gut! Zuerst wurde ich noch mal zum Kreißsaal gebracht, vor dem Kreissaal wurde ich noch von der Transport-Liege durch Olli und die Hebamme (und auch glaube, der Facharzt war auch dabei) mit so einem seltsamen Brett in mein Bett verfrachtet. Anschließend brachten sie mich auf mein Zimmer auf der Wöchnerinnen-Station. Olli habe ich zu Mia in die Kinderklinik geschickt, damit jemand bei unserer Schreihals-Tochter ist, denn mit mir wahr ja tatsächlich eh nichts anzufangen.

Und als ich dann da so alleine lag, kam ich zum Nachdenken. Was ich noch alles machen wollte, bevor Mia auf die Welt kommt: zur Akupunktur gehen, weil das angeblich die Geburt erleichtert; das Kinderzimmer fertig machen; Spucktücher besorgen… Und dann kam mir natürlich auch der Gedanke, was eigentlich alles so umsonst war: z.B. der Geburtsvorbereitungskurs der war so gesehen absolut für die Katz. Außer der letzten Stunde, in der es um Babypflege und Stillen ging, konnte ich nichts vom erlernten anwenden.

Und dann war ich einfach nur noch froh, dass alles so gut vorübergegangen war. Dass ich die nächsten Tage solche Schmerzen haben würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht.

Ich war einfach froh, dass ich den besten Mann auf Erden an meiner Seite gehabt habe und dass sich trotz aller Zweifel vorher, jetzt alles ganz richtig angefühlt.

Selbst dass Olli mir alles von zu Hause mitgebracht hatte, was ich ihm an Vortag auf meine „Einkaufsliste“ geschrieben habe, war gigantisch. Welcher Mann weiß schon, welche Hose man als Frau mein, wenn man braune Jogginghose aufschreibt?

04. Juni 2007 bis 12. Juni 2007: So schnell kann es gehen

Montag, Juni 18th, 2007

Obwohl der BloggingPapa die Ereignis der letzten 2 Wochen so detailliert erzählt hat, möchte ich auch noch ein wenig von meiner Sicht erzählen. Ergänzend quasi zum BloggingPapa:

Montag, 04. Juni 2007: Heute war mal der erste Tag an dem ich ein wenig von dem Umzugsstress weggekommen bin, denn unser gesamter Krempel war umgezogen und die alte Wohnung hatten wir am Freitag, den 01. Juni 2007 an den Vermieter zurückgegeben. Und was macht man als Frau so, wenn man ein wenig Relaxen will? Shoppen! Zwar nicht für mich aber für Mia. Ich dachte mir, es wird doch mal Zeit ein paar Baby-Utensilien zu kaufen: Schnuller, Flasche, Badethermometer, Babymützchen… Naja, und in schlauer Voraussicht habe ich noch ein kleines Shampoo und ein Duschgel für meinen „Klinikkoffer“ besorgt.

Als ich von meiner kleinen Tour nach Hause kam, bemerkte ich, dass ich plötzlich Blutungen hatte. Und da kam Panik auf! Ich habe versucht Olli zu erreichen, denn auf die Idee, dass ich zu meinem Arzt gehen muss, bin ich von alleine nicht gekommen. Gut, dass ich einen Ehemann habe, der mir das gesagt hat!

Tja, und mein Arzt hat mich dann gleich an die Klinik überwiesen, da sich von dem Pfropf, der die Gebärmutter verschließt, wohl schon ein Stück gelöst hatte. Ist wohl nicht dramatisch, muss aber beobachtet werden, außerdem wäre es für Mia immerhin 4 Wochen zu früh.

Also hat mich Olli gleich in die Klinik gebracht. 1 ½ Stunden hing ich am CTG, Mia war entsetzlich aufgeregt, da ihr Herzschlag durchschnittlich bei 180 war und das ist eindeutig zu viel, aber Wehen hat das Gerät nicht aufgezeichnet. Olli konnte die durchdrehende Mia ein wenig beruhigen, indem er seine Hände auf meinen Bauch legte und beruhigend auf sie eingeredet hat.

Nichts desto trotz musste ich da bleiben: Zur Beobachtung! Erst mal kam ich über Nacht an den Magnesium-Tropf. Die Schwester meinte, dass das ganz unproblematisch sei, manchmal könnte es einem durch das Magnesium etwas schummerig werden, aber das sei ganz normal. Die erste Flasche Magnesium habe ich gut vertragen, doch als die Nachtschwester um 5:00 früh die zweite anstöpselte, wurde es mir schlagartig ganz anders. Ich bekam Herzflattern, Schweißausbrüche, Übelkeit, zwischendurch dachte ich tatsächlich, dass es sein könnte, das ich sterben muss, aber ich war auf einmal so schwach, dass ich noch nicht einmal mehr die Glocke für die Schwester drücken konnte. In dem Moment kam so ein richtiges LMAA-Gefühl auf, wenn ich sterben würde, wäre es auch schon egal.

Dienstag, 05. Juni 2007: Erst die Schwester aus der Frühschicht entdeckte mich dann, wie ich wie ein Würmchen sterbend in meinem Bett lag. Sofort kam eine Ärztin, die mir Valium und ein weiteres Beruhigungsmittel verabreichte. Mein Gefühl des Sterbens hatte ein Ende! Im Nu ging es mir wieder gut! Nach langen Spekulationen von zwei Ärztinnen stellte sich heraus, dass ich rein zufällig mit dem Wechsel zur zweiten Magnesium-Infusion einen extremen Kalium-Mangel bekommen habe und der löst solches Herzflattern aus.

Sonst war der Tag recht unspektakulär! Eigentlich war alles ganz ruhig, sogar Mia, weil die natürlich durch die Valium-Tablette auch ruhig gestellt war.

Mittwoch, 06. Juni 2007: Nachmittag habe ich auf meinen Arzt eingeredet, dass ich heute nach Hause kann. Ich wollte einfach den morgigen Tag, der ja auch noch ein Feiertag war, zu Hause bei meinen zwei Stubentigern und meinem größten Schatz überhaupt verbringen.

Er meinte, dass die Hebamme allerdings noch bevor ich heimgehe kurz ein CTG machen und den Muttermund ansehen solle. Klar kein Problem! Olli hatte meine Tasche schon gepackt und scherzender Weise gesagt: „Na, hoffentlich ist das kein schlechtes Omen, wenn ich die Tasche packe bevor die Hebamme ihr ‚Go’ gibt!“.

Als die Hebamme mit ihrem mobilen CTG kam, wollte ich noch schnell zur Toilette, denn eine ½ Stunde mit eventuell voller oder auch nur halbvoller Blase mit einem strampelnden Kind im Bauch, das gegen die Wellen des CTG im Bauch ankämpft, ist schwer auszuhalten. Doch irgendwie war da was komisch, ich habe auch nichts zu der Hebamme bzw. zu Olli gesagt, aber so einen übermäßigen Harndrang kann man gar nicht haben und dass ich in meinem Alter mein Urin auf einen Schlag so gar nicht mehr halten konnte, war komisch. Aber ich habe mir nichts dabei gedacht und mich ans CTG anschließen lassen. Und so unangenehm es mir war, doch während der gesamten ½ Stunde lief es im meine Bettunterlagen hinein (gut, dass das so eine mit einer gummierten Unterseite war, die speziell für solche Zwecke im Bett liegt). Nach dem CTG, was soweit in Ordnung war (Mia hatte sich seit Montag auch wieder beruhigt), wollte die Hebamme noch an meinen Muttermund. Doch ich musste sie für einen Moment noch vertrösten, da ich ganz schnell auf Toilette verschwinden musste. Aber als ich zurückkam, hatte es immer noch nicht aufgehört zu laufen. ICH GLAUBE SO ÄHNLICH FÜHLT ES SICH AN, WENN MAN INKONTINENT IST (sehr unangenehm muss ich sagen)!!! Beim wieder Hinsetzen aufs Bett sagte ich dann zu Olli, dass da ein Fleck auf der Unterlage sei und ich nicht weiß, was ich machen soll, da ich mein Urin auf einmal nicht mehr halten konnte. Doch er meinte, der Fleck sei doch kein Urin, da die Farbe ja nicht stimmt, da sei sicher nur sein Infusionstropf ein wenig aufgelaufen. Ich dachte mir, dass er sicher recht hatte, und ich mir nur einbilde, dass ich nichts mehr halten kann, trotzdem habe ich ganz kleinlaut der Hebamme dann doch gesagt, dass ich das Gefühl hätte, mein Urin nicht mehr halten zu können. Sie sah sich die Flüssigkeit an und meinte: „Das ist auch kein Urin, das sieht mir mehr nach Fruchtwasser aus!“ WASSSSS????? WOHER KOMMT DENN DAS JETZT, ICH WILL DOCH HEIM!!!! Sie überprüfte mit einem speziellen Teststreifen, ähnlich wie ein Schwangerschaftstest, ob es wirklich Fruchtwasser war, und es war welches! Und in dem Moment fiel auch der tolle Satz der Hebamme, die gemerkt hat, dass es mir sichtlich unangenehm war, von meinen vermeintlichen Inkontinenz zu sprechen: „Das Fruchtwasser kann man nicht zurückhalten, da gibts keinen Schließmuskel für.” (http://www.bloggingmama.de/?p=115).

Das hieß nun, doch nicht nach Hause zu dürfen, sondern über Nacht auf Wehen zu warten, obwohl Mia dann tatsächlich 4 Wochen zu früh kommen würde.

Donnerstag, 07. Juni 2007: Über Nacht ist nichts passiert! Außer das Mia mir unglaubliche Schmerzen bereitet hat, weil sie zwar in der Geburtslage liegen (d.h. mit dem Kopf schon nach unten im Becken liegend) mit ihrem Hintern von links nach rechts gewandert ist. Morgens war Olli dann auch gleich schon wieder da. So gegen 10:00 Uhr habe ich wegen der fehlenden Wehen ein wehenförderndes Zäpfchen bekommen, dessen Wirkungen innerhalb der nächsten Stunden einsetzen sollte. Bei mir hat es zusätzlich auch noch ein unbändiges Gelüst nach Eis ausgelöst, so dass Olli und ich langsam losgetigert sind, um ein Eis zu essen. Ganz leichte Wehen setzen schon auf dem Weg zur Eisdiele ein. Nicht dramatisch, es fühlt sich erst mal nur an wie stärkere Menstruationsbeschwerden, die aber von einem dicken Bauch, der einem das Laufen eh schwer macht, ungünstig unterstützt werden. Aber eigentlich war alles im grünen Bereich.

Ab jetzt mussten wir alle 1 ½ bis 2 Stunden wieder in den Kreißsaal, um die Wehentätigkeit und den Muttermund zu überprüfen. Aber bis ca. 15:00 Uhr haben sich einfach keine richtigen Wehen eingestellt und der Muttermund wollte sich nicht öffnen. Daraufhin kam ein Facharzt, der uns die aktuelle Lage erklärte. Durch meine zwei Gebärmutterhalskrebs-OPs vor ziemlich genau einem Jahr ist mein Muttermund sowieso schon ein wenig verkürzt, weil viel wegoperiert wurde und dann ist er auch noch vernarbt. Durch die Vernarbung würde er sich wahrscheinlich nie soweit öffnen (ca. 10 cm), dass die Geburt ihren normalen Lauf nehmen kann. D.h. nun so und so OP: Entweder einen Kaiserschnitt oder eine OP, um den Muttermund an der Vernarbung aufzuschneiden und dann die Geburt über den gewöhnlichen Weg laufen zu lassen. Zusammen mit Olli haben wir uns für den Kaiserschnitt entschieden, denn schon wieder irgendwelches Rumgeschnippel an meinem Muttermund/ Gebärmutterhals und dann wieder nicht zu wissen, ob alles noch seine normale Funktion hat, die Ungewissheit hat mich letztes Jahr schon aufgefressen, aber noch einmal wäre definitiv zu viel. Nicht dass wir einen weiteren Kinderwunsch hätten, aber irgendwie wollte ich das Gefühl, sich als Frau zu fühlen, nicht noch mal aufs Spiel setzen.

Und alles weiter hat dann der BloggingPapa wunderschön beschrieben, so dass ich dem ganzen nichts zuzufügen habe: http://www.bloggingmama.de/?p=116

Freitag, 08. Juni 2007: Ich habe zwar keinen Vergleich zu einer normalen Geburt, aber ich verstehe nicht, wie man sich für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden kann. Gut, ich bin auch der Ansicht, dass es zu einer Schwangerschaft auch dazugehört, zu versuchen, das Kind auf dem normalen Weg zu bekommen. Die Schmerzen während der Geburt müssen zwar die Hölle sein, aber sie sind nach der Geburt vorbei. Die Frauen, die hier normal entbunden haben, springen schon einen Tag nach der Geburt wie junge Rehe durch die Gänge, wohingegen ich noch nicht mal auf Toilette gehen kann geschweige denn alleine aufstehen. So gesehen habe ich eine OP hinter mir und die zeichnet einen. Der Freitag war schmerzmäßig in Ordnung, weil ich noch mir Medikamenten vollgepumpt war und außerdem Olli unsern kleinen Zwerg aus der Kinderklinik mit ins Krankenhaus gebracht hat. Alleine die Kleine in meinen Armen zu halten, hat dem meiner Genesung so gut getan. Diese Kleine, warme, manchmal grunzende Ding, dass man zusammen geschaffen hat und die nächsten 18 bis 30 Jahre auch nicht mehr los wird !

Samstag, 09. Juni 2007: Heute bin ich durch die Hölle gegangen! Als Vorreiterin habe ich immer meine Zimmerkollegin Yasmin. Sie hatte nämlich einen Tag vor mir den Kaiserschnitt, d.h. an ihr konnte ich immer sehen, wie es mir so am nächsten Tag gehen würde. Doch den Schritt, den ich heute durchgemacht habe, hat sie glücklicherweise ausgelassen, aber sie hatte andere Schmerzen, von denen ich verschont geblieben bin.

Heute morgen wurde mir der Katheter gezogen. Was mir allerdings keiner gesagt hatte, dass man danach gegebenenfalls das Gefühl gelieren kann, wann die Blase voll ist. Und bei mir war das der Fall. Nach etwa 5 Stunden dachte ich, ich sollte vielleicht einfach mal wieder gehen. Besser ist besser! Doch daraus wurde nichts, denn ich hatte solche Schmerzen, dass ich zur Hälfte schon aus dem Bett draußen war, zur anderen Hälfe noch drinnen und es gab kein vorwärts und rückwärts mehr für mich! Eine Schwester und Olli haben mich ins Bett zurückgehoben, ich habe geschrieen, geflucht und die Schmerzenstränen liefen wie Wasserfälle, und ich bekam eine Spitze gegen die Schmerzen. Was das für Drogen waren weiß ich nicht, doch nach einer Stunde, die ich wie ein erschlagener Wurm gekrümmt in meinem Bett fast auf Olli lag, setze die Wirkung ein und ich war fast ein neuer Mensch.

Mit dieser „Aktion“ habe ich dann Olli wahrscheinlich die letzen Reserven an Kraft gekostet. Die Renovierungsarbeiten, der Umzug und jetzt die plötzliche Geburt, so was kann nicht spurlos an einem vorbei gehen. Und wenn dann die eigene Frau noch schmerzgebeutelt im Bett liegt und man hilflos ist und nichts machen kann, dann verlassen einen die guten Geister irgendwann. Und das ist das was Olli als „Stand-By“ bezeichnet hat und ich genau gemerkt habe und ich ihm auch niemals übel nehmen kann. (http://www.bloggingmama.de/?p=120). Ich hätte ja schon viel früher die Grätsche gemacht!

Sonntag, 10. Juni 2007: Mia und ich haben heute richtig viel Besuch bekommen. Natürlich haben wir uns über jeden einzelnen gefreut, der heute vorbeigekommen ist, doch ganz besonders darüber, dass Mias Urgroßeltern mal kurz reingeschneit haben. Und ich persönlich glaube ja, auch wenn es ein wirklich ganz kurzer Besuch war, dass sie extrem stolz sind Urgroßeltern zu sein! Und auch Mia kann stolz sein, denn wer hat schon Urgroßeltern!

Montag, 11. Juni 2007: Heute bin ich schon genau eine Woche im Krankenhaus und jeden Tag wird der Drang nach Hause zu kommen größer. Klar, man hat dann nicht mehr die Hilfe und die Tipps der Schwestern hier, aber ich glaube, ich würde das alles gegen mein eigenes Bett, mein eigenes Bad, meine Stubentiger und das Aufwachen neben Mias Papa eintauschen.

So gesehen geht es mir auch jeden Tag ein wenig besser. Die Narbe tut zwar jeden Tag an einer anderen Stelle weh und dass ich wie ein Wirbelwind wäre, kann man wahrlich nicht behaupten, doch ich bekomme heute die fixe Zustimmung, dass ich am Mittwoch heim darf, schließlich ist das dann auch noch mein 30ster Geburtstag.

Dienstag, 12. Juni 2007: Irgendwie ist es nur noch rumsitzen und auf morgen warten!

Widerspruch in sich: Wunschkaiserschnitt

Samstag, Juni 9th, 2007

Wie lange BloggingMama noch im Krankenhaus bleiben muss, wissen wir alle nicht so genau. Da ist von 2 bis 8 Tagen alles drin.

Heute hat es allerdings mich voll erwischt. So gegen 19 Uhr ging einfach gar nichts mehr. Da haben bei mir alle Systeme auf Stand-By geschaltet und BloggingMama hat das natürlich sofort gemerkt. Im Nachhinein tut es mir fürcherlich leid, weil sie natürlich meinte, sie hätte mich heute mit den Schmerzen, die sie über Nacht leider doch noch volle Breitseite eingeholt haben, überfordert und strapaziert. Dabei ist es nach so einer OP und den damit verbundenen physischen und psychischen Belastungen absolut in Ordnung, wenn sie weint, schreit und stöhnt. Da möchte ich echt der letzte sein, der ihr das Gefühl gibt eine Belastung zu sein.

Aber wie das eben so ist, man kriegt selten das was man möchte. Und ich habe ihr einfach das falsche Gefühl vermittelt. Zum Glück können wir über diese Dinge reden, und ich konnte mich bei ihr entschuldigen und hoffentlich hat sie verstanden, dass es wirklich nichts mit ihr zu tun hat, sondern bei mir die Batterien momentan eben leer sind.

Und die BloggingMama? Ihr geht es jetzt besser, sie ist heute aber wirklich durch die Hölle gegangen. Wundschmerzen, Luft im Bauch und sich nicht wirklich bewegen können, weil alles zieht und zerrt. Dann musste sie für Königskinder, und die Schwester und ich wollten sie im Bett aufrichten und drehen, damit sie aufstehen kann. Die Schmerzen muss man wahrscheinlich erlebt haben, um sie nachvollziehen zu können. Darauf hin gabs dann doch eine Spritze. Die wiederum hat ziemliche Schmerzen in ihrem linken Bein verursacht, und hat selber mehr als eine Stunde gebraucht, bis die Wirkung eingesetzt hat. Die Zeit hat BloggingMama versucht genauso stark zu sein, wie schon den ganzen Vormittag. Aber mehr als ein häufchen Elend kam nicht zusammen. Jetzt wünschen wir ihr, dass morgen alles besser ist! BloggingMama, du darfst Schmerzen haben und du darfst leiden! Überleg mal, was die mit deinem Bauch gemacht haben! Erst in mehreren Lagen aufgeschlitzt und dann wieder in mehreren Lagen zugenäht, so dass irgendwann mal alles wieder so sein kann, wie es war. Aber das braucht seine Zeit.

Wunschkaiserschnitt? Wer macht denn sowas? Und warum? Der BloggingMama und mir erschliesst das jedenfalls nicht.

Und neue Bilder? Morgen, versprochen!

Jetzt schlaft gut, ich muss auch meine Akkus ans Netz hängen, damit sowas wie heute nicht wieder passiert!

BloggingPapa

Wie war die Geburt für mich?

Donnerstag, Juni 7th, 2007

Auf Wunsch des BloggingPapas schreibe ich heute noch darüber, wie ich die Geburt empfunden habe. Wahrscheinlich hätte ich das schon früher machen sollen, damit nicht schon zu viel in meinem Kopf verblasst, aber lieber jetzt als nie!?!?

Also, nachdem feststand, dass ich um eine OP so und so nicht herumkommen würde, sind wir gemeinsam in den Klinikgarten (eigentlich ist es lächerlich das Garten zu nennen, denn es waren etwa 10qm gepflasterte Fläche, 3 Parkbänke, ein großer Mülleimer mit Aschenbecher aber dafür wirklich viel Grün und Blumen drum herum) um den Gedanken sacken zu lassen.

Als wir dann wieder hoch zu meinem Zimmer in den 3. Stock gingen, war mein Bett bereits auf die Wöchnerinnen-Station im 4. Stock gebracht worden und eine freundliche Schwester meinte, ich solle einfach noch meine restlichen Sachen aus dem Schrank und dem Bad hochtragen, die anderen Sachen hätten sie schon hochgebracht. Oben wartete man schon auf mich, sogar der OP-Kittel lag schon bereit. In der viertel Stunde, die wir im Garten waren, hatte sich mein anstehender Kaiserschnitt schon vom Kreißsaal in den 3. und dann in den 4. Stock rumgesprochen. Tja, und dann musste ich noch mal in den Kreißsaal, weil dort die Anästhesistin auf mich wartete, um mich über die Risiken der Spinalanästhesie (ähnlich wie eine PDA, d.h. über das Rückenmark wird man etwa ab Bauchnabelhöhe bis hin zu den Beinen narkotisiert, d.h. man bekommt sonst soweit alles mit) aufgeklärt, da ging von Lähmungserscheinungen über Kopfschmerzen usw. Da wurde mir zum ersten mal richtig klar, dass es sich so gesehen um eine richtige OP handelt.

Auch im Kreißsaal lag so ein schickes OP-Flügelhemdchen für mich bereit. Ich wurde dort auch gleich für den Kaiserschnitt fertig gemacht: Hemdchen an, die Infusion neu gesetzt (die alte, die ich bereits seit Montag hatte, war „undicht“ geworden) und an einen neuen Tropf dran, Schmuck ab (doch mein Ehering der wollte nicht und somit durfte ich ihn dran behalten). Und dann ging’s auf der Liege im Aufzug direkt in den Keller in den OP. Ich war zu dem Zeitpunkt so froh, dass Olli die ganze Zeit da war, er stand die ganze Zeit mir bei. Ich konnte ihn zwar wahrscheinlich nicht so beachten, wie ich es gerne getan hätte, aber irgendwie war ich dann doch sehr auf mich fixiert. Und auch wenn ich angeblich erst mal die Ruhe selbst ausgestrahlt habe, bekam ich unten im OP tatsächlich Bammel. Sie haben mich da reingeschoben, da standen schon zwei Muskelpakete der Berufsfeuerwehr zusammen mit einer Notfall-Kinderärztin und einem mobilen Brutkasten, die für den Notfall geordert worden waren, da Mia ja nun eindeutig 4 Wochen zu früh kam. Mein Arzt, der Facharzt, der uns über den Kaiserschnitt aufgeklärt hatte, die Hebamme, die Anästhesistin und bestimmt noch 3 oder 4 OP-Schwestern huschten hier rum. Olli wurde gebeten, sich auch in die grüne OP-Schale zu werfen und kam wie schlotternder grüner Frosch zurück zu mir als er sich umgezogen hatte. Ich konnte in seinem Gesicht sehen, dass er unglaublich hilflos war (er war bisher noch nie in einem OP gewesen und natürlich schon gar nicht als „Zuschauer“), mir aber sagen wollte, dass ich so tapfer sei. Aber ich war nicht tapfer, denn ich hatte Schiss! Schlotternd saß ich auf der OP-Liege. Ich glaube, ich habe am ganzen Körper gebibbert vor Angst und Nervosität. Olli stand vor mir und hat einfach nur meinen Kopf gehalten. Nichts besseres hätte er tun können!

Dann kam die Anästhesistin um mir in die Wirbelsäule erst mal eine örtliche Betäubung zu geben und dann anschließend die Spinal zu setzen. Ich sollte einen Katzenbuckel machen und mir vorstellen, mit meiner Wirbelsäule gegen die Nadel zu drücken. Das soll mir mal einer vormachen mit so einem Bauch vorne dran. Katzenbuckel, aha! Da meine Wirbelsäule seit eh und je krumm, schief und verschoben ist, gestaltete sich das für die Anästhesistin etwas schwierig, deswegen hat sie mich sicherlich 6 oder 7 mal gestochen. Hauptproblem war, dass sie auch immer sagte „Achtung, jetzt macht’s pieks!“, aber sie sagte das immer zu spät, denn ihr „piiiiiieks“ kam immer nach dem tatsächlichen Stich, so dass es wirklich schwer war, sich darauf einzustellen. Doch irgendwann hatte sie scheinbar dann doch die richtige Stelle getroffen und konnte somit die Spinal legen. Und wenn die dann das wirken anfängt, ist das ein wirklich sehr seltsames Gefühl, denn erst wird der Po ganz wohlig warm und dann geht’s ganz langsam die Beine runter. Eigentlich ein sehr angenehmes Gefühl, und wenn dann alles taub ist, weiß man nicht mehr, ob alles kalt oder doch warm ist. Naja, als die Betäubung bei mir auch im kleinen Zeh angekommen ist, dachte ich nur: „ Wenn jetzt ein hungriger Löwe hier in den OP kommt, dann können alles flüchten, aber ich ganz sicher nicht!“. Welch Schwachsinn einem in so einem Moment durch den Kopf geht, echt lächerlich.

Und dann ging’s los, ich wurde hingelegt, mit einem OP-Tuch wurden mir und Olli (der mittlerweile am Kopfende bei mir war) die Sicht nach unten verdeckt. Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass ich auf meinem Bauch gespürt habe, dass die Ärzte ihn mit kaltem Jod desinfiziert haben und die Haut um die Stelle, an der aufgeschnitten wurde, abgeklebt haben. So ein wenig wie Maler mit ihrer Abdeckplane, so wurde da auch irgendwas auf mir festgeklebt. Auf meiner Brust muss irgendwo so eine Nierenschale oder ähnliches gestanden haben, da die Ärzte dort immer wieder ihr OP-Besteck reinschmissen haben und auch wieder was rausgenommen haben, das konnte ich hören und auch spüren.

Es war wirklich ein seltsames Gefühl, wenn man zwar die Schnitte nicht spürt, aber trotzdem mitbekommt, dass an dem Bauch ziemlich rumgezerrt wird. Der Facharzt hatte uns auch im Vorfeld genau erklärt, wie geschnitten wird. Der erst Schnitt ist knapp über dem Schambein etwa 15cm lang von rechts nach links. Dann werden die Bauchmuskeln durchtrennt, die allerdings von oben nach unten, da sie durch eine Muskelplatte die eben von oben nach unten verläuft, gehalten werden und dann wird die Gebärmutter geöffnet, das geschieht wieder von recht nach links.

Ich hatte in dem Moment kein Zeitgefühl, außerdem war ich abgelenkt, weil mir urplötzlich unglaublich schlecht wurde, doch die Anästhesistin hat mir hiergegen ein Wundermittel in die Vene geschossen, so dass es schlagartig wieder ging, aber daraufhin dachte ich mein Kopf zerspringt. Ich habe noch nie solche Schmerzen im Kopf empfunden wie in diesem Moment, aber auch hierfür bekam ich ein Wundermittel. Und Olli war die ganze Zeit bei mir und hat mir immer wieder gesagt, dass ich das alles so toll mache. Leider konnte ich es in dem Moment nicht, aber ich hätte ihm gerne gesagt, dass er das auch sehr toll gemacht hat.

Und dann war Mia da! Noch ganz blau angelaufen und voller Käseschmiere! Und geschrieen hat sie, wie am Spieß! Sie wurde gleich von einer Schwester zur Notfall-Kinderärztin gebracht, ich habe Olli hinter ihr hergeschickt, denn ich konnte ja nicht :-)!

Kurze Zeit später haben sie sie mir in ein Laken gewickelt bebracht. Während ich zugenäht worden bin, konnten wir ein paar Minuten kuscheln. Hiervon gibt es sogar von der Hebamme gemacht ein unglaublich hässliches Polaroid-Bild! Ein Erinnerungsfoto halt, das mir aber viel bedeutet!

Als dann alles vorbei war, habe ich mit Entsetzen feststellen müssen, dass an dem OP-Tuch, dass uns die glücklicherweise die Sicht versperrt hatte, Blutspitzer befanden. Ziemlich ekelig! Auch wenn es mein Blut war!

Und während der gesamten OP haben die Ärzte sich versaute Witze erzählt. Die Witze selber habe ich gar nicht wahrgenommen, nur dass sie viel gelacht haben und die Hebamme sie zwischendurch daran erinnerte, dass ich keine Vollnarkose habe und meinte: „Meine Herren, die Patientin ist wach!“

Als alles fertig war, wurde ich aus dem OP geschoben, ich konnte noch mal einen kurzen Blick in den mobilen Brutkasten werfen und zusehen, wie einer der Muskelprotze der Feuerwehr versuchte bei der immer noch brüllenden Mia vergebens Blutdruck zu messen. Die Kinderärztin kam auf mich zu und erklärte mir, dass sie Mia nur vorsorglich in die Kinderklinik mitnehmen würden und ich mir keine Sorgen machen soll, da es tatsächlich wirklich nur Vorsicht sei und kein akuter Notfall bestände.

Vage kann ich mich auch noch daran erinnern, dass irgendjemand zu Olli meinte, ob er die Plazenta sehen wolle und ihm so einen silbernen Napf (sah ein bisschen wie so ein Hundenapf aus) unter die Nase gehalten hat. Mehr weiß ich nicht, doch jetzt in Nachhinein hat Olli mir erzählt, dass er sie sich angesehen hat und man ihm auch erklärt hat, was was ist. Doch appetitlich sei es nicht gewesen. Ich muss zugeben, ich glaube, ich hätte sie schon auch gerne gesehen, aber dafür ist’s jetzt zu spät.

Ende gut, alles gut! Zuerst wurde ich noch mal zum Kreißsaal gebracht, vor dem Kreissaal wurde ich noch von der Transport-Liege durch Olli und die Hebamme (und auch glaube, der Facharzt war auch dabei) mit so einem seltsamen Brett in mein Bett verfrachtet. Anschließend brachten sie mich auf mein Zimmer auf der Wöchnerinnen-Station. Olli habe ich zu Mia in die Kinderklinik geschickt, damit jemand bei unserer Schreihals-Tochter ist, denn mit mir wahr ja tatsächlich eh nichts anzufangen.

Und als ich dann da so alleine lag, kam ich zum Nachdenken. Was ich noch alles machen wollte, bevor Mia auf die Welt kommt: zur Akupunktur gehen, weil das angeblich die Geburt erleichtert; das Kinderzimmer fertig machen; Spucktücher besorgen… Und dann kam mir natürlich auch der Gedanke, was eigentlich alles so umsonst war: z.B. der Geburtsvorbereitungskurs der war so gesehen absolut für die Katz. Außer der letzten Stunde, in der es um Babypflege und Stillen ging, konnte ich nichts vom erlernten anwenden.

Und dann war ich einfach nur noch froh, dass alles so gut vorübergegangen war. Dass ich die nächsten Tage solche Schmerzen haben würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht.

Ich war einfach froh, dass ich den besten Mann auf Erden an meiner Seite gehabt habe und dass sich trotz aller Zweifel vorher, jetzt alles ganz richtig angefühlt.

Selbst dass Olli mir alles von zu Hause mitgebracht hatte, was ich ihm an Vortag auf meine „Einkaufsliste“ geschrieben habe, war gigantisch. Welcher Mann weiß schon, welche Hose man als Frau mein, wenn man braune Jogginghose aufschreibt?

Mia ist da – oder “Was kümmert mich der Geburtstermin”

Donnerstag, Juni 7th, 2007

Nachdem das Wehenfördern heute morgen nichts gebracht hat und BloggingMamas Muttermund leider nicht dem Lehrbuch entsprungen ist, musste um etwa 16 Uhr eine Entscheidung fallen:

Kasierschnitt oder „normale Geburt“, die aber zu 90% auch auf eine OP hinauslaufen würde.

So gegen 15:30 Uhr machten wir uns auf den Weg in den Klinikgarten, um die eigentlich schon stehende Entscheidung zum Kaiserschnitt nochmal sacken zu lassen.

Um 16 Uhr wollten wir dann zurück in den Kreisssaal, auf dem Weg dorthin begrüßte uns eine Schwester mit: „Ach, Sie sind doch die, die jetzt den Kaiserschnitt hat“. Wie ein Lauffeuer ging die Kunde von der Problempatientin, die jetzt per Skalpell entbinden würde, durch die Klinik. Und damit schien uns unsere Entscheidung sowieso schon abgenommen. Jeder wusste bereits, was in den nächsten Stunden auf uns zukommen würde. Ausser uns.

Bei mir war es das erste Mal, dass ich einer OP beiwohnen durfte, und ich notiere hier jetzt recht ausführlich, was für Eindrücke das bei mir hinterlassen hat.

Gleich zu Beginn ganz schön fies war das Setzen der Spinal-Anästhesie: BloggingMama muss einen Katzenbuckel machen und die Anästhesistin sucht nach einem Zwischeraum der Wirbel auf Höhe Brust-Lende, um dort erst eine örtliche Betäubung zu verabreichen und dann das Medikament zur Lahmlegung der unteren Nervenenden direkt ins Rückenmark zu verabreichen. Ich stehe vor der BloggingMama, ziemlich hilflos und kann ihr nur gut zureden.

Danach sitze ich hinter dem Kopfende meiner OP-Heldin mit Blick auf Martin, den operierenden Arzt, wie er BloggingMamas Bauch mit Jod-Tinktur desinfiziert. Dann kommen die „Tischdecken“ aussen um den zu operierenden Bereich geklebt, und danach wurde der Sichtbereich per grünem Laken abgehängt und verdeckt. Zum Glück, denn sehen, was da unten während der nächsten 60 Minuten passiert, will man sicher nicht. Da reichen die gelegentlichen Blutspritzer, die das grüne Laken von der anderen Seite besprenkeln.

Der erste Teil der OP, also bis das Kind den Bauch verlässt, geht relativ flott, etwa 15 Minuten. Der erste Schrei der kleinen Mia um 17:46 Uhr geht mir durch Mark und Bein, ich bin eh schon verdammt nah am Wasser gebaut, etwa seit dem Zeitpunkt, als die Hebamme uns über die Kaiserschnitt-OP-Risiken aufgeklärt hat.

Gleich nachdem Mia raus ist, dürfen wir sie kurz sehen. Der kleine Schreihals. Dafür, dass der diensthabende Arzt Angst hatte, dass die Lunge noch nicht voll ausgereift ist, kann sie verdammt laut schreien.

Dann wird Mia dem Notfall-Team übergeben. Eine Kinderärztin und zwei Sanitäter sind vor Ort und kümmern sich um Mias Wohlbefinden.Während die BloggingMama in Lagen wieder zugenäht wird, sind immer wieder Babyschreie aus dem Nebenraum des OPs zu hören. Ich darf nach etwa 15 Minuten zu Mia. Bis dahin sitze ich hinter meiner unglaublich tapferen BloggingMama und sage ihr immer wieder, wie unglaublich gut sie das alles macht und wie toll sie durchhält.

Bei Mia ist alles im grünen, oder wenigstens im gelben Bereich. Trotzdem muss sie, weil sie auch ein bisschen unterzuckert ist (ca. 30mg/dl Blutzucker) mit dem Notfall-Team in die Kinderklinik fahren. Das bricht der BloggingMama fast das Herz, weil es bedeutet, dass sie Mia die nächsten 2 Tage nicht sehen wird. Ich finde das auch unglaublich grausam, aber Mias Wohl geht vor, und würde in dieser Zeit tatsächlich etwas passieren, könnte ich für meinen Teil die Schuldgefühle kaum ertragen.

Bevor Mia aber mit den Sanitätern mit muss, darf BloggingMama sie sich nochmal auf die Brust legen, jetzt ist unten wieder alles zu, und die OP ist beendet.

So ganz begriffen, dass das unsere Kleine ist, haben zu diesem Zeitpunkt aber weder BloggingMama noch ich das.

Jetzt muss Mia weg und BloggingMama braucht ein bisschen Ruhe. Zum Erholen darf sie nochmal in den Kreisssaal, wieder in einem richtigen Bett, wo ich ihr die Bilder von Mia nochmal zeigen kann. Bamme Barbara (die zweite Barbara, nicht die mit dem Schließmuskel) gibt uns auch nochmal alle Daten von Mia:

Geburtszeitpunkt: 17:46 Uhr

Gewicht: 2660 Gramm

Größe: 48cm, Kopfumfang 32cm

Nachher in der Kinderklinik ist sie noch ein bisschen leichter und kleiner (2560 Gramm und 46,5cm), anscheinend ist sie auf dem Weg dorthin ein bisschen eingegangen. Vertauscht wurde sie nicht, ich hatte mir ihr Gesicht genau eingeprägt gehabt, und kann mit Sicherheit sagen, dass das die selbe kleine Mia war, wie die, die ich im OP gesehen habe!

Damit war der heutige Tag dann ja auch fast gelaufen, ich bin gegen 20 Uhr noch in die Kinderklink und durfte Mia ein bisschen halten. Das war ein erhebendes Gefühl, aber ein bisschen ungerecht gleichzeitig. BloggingMama hat die Arbeit und den Stress, und ich darf Mia in den Armen halten. Die Schwester in der Kinderklinik ist unglaublich nett und geduldig. Leider habe ich mir ihren Namen nicht gemerkt.

Nach dem Papa-Antrittsbesuch bei meiner Tochter gehe ich nochmal zu meiner BloggingMama, die schon Schmerzen hat, weil die Anästhesie ihre Wirkung verliert. Ich zeige ihr noch die Bilder von Mia in der Kinderklinik und muss dann nach Hause. Schlafen, E-Mails schreiben, Bloggen.

Auf dem Heimweg überkommt es mich dann doch. Bei dem Gedanken an das Notfall-Team in Rot, was alles hätte schief gehen können und worauf man uns vorbereitet hat, die bloße Vorstellung Mia hätte das Atmen nicht angefangen oder die Spinal-Anästhesie hätte BloggingMama querschnittsgelähmt, lässt die Tränen in meine Augen schiessen. Und auch jetzt, da ich das schreibe, laufen wieder Tränen der Sorge und des Glückes, der Erleichterung und trotzdem noch der Angst über mein Gesicht.

Und bevor ich nun vor „Pipi in die Augen“ nicht mehr sehe was ich tippe lade ich schnell noch die Fotos hoch:

Mia frisch geschlüpft worden

Mia in der Kinderklinik

Blase springt!

Mittwoch, Juni 6th, 2007

Ich schon wieder. Und ihr wisst, was das bedeutet: die BloggingMama ist immer noch im Krankenhaus. Und heute, nachdem wir uns psychisch und physisch darauf vorbereitet haben die Nacht zusammen zu Hause zu verbringen und noch zwei Wochen für alles Zeit zu haben, hat sich die Fruchtblase, die bisher Mia schützend umgeben hat, entschlossen uns einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Und zu platzen.

In Konsequenz bedeutet das nun, dass früher oder später die Wehen einsetzen werden. Sollten sie das nicht tun, dann werden sie morgen früh eingeleitet, weil sonst wohl die Infektionsgefahr für Mia zu groß ist. Aus dem gleichen Grund bekommt die BloggingMama jetzt auch Antibiotika.

Das ist alles so aufregend! Trotzdem müssen wir jetzt einfach Ruhe bewahren. Ich für meinen Teil sitze zu Hause, wasche Wäsche und warte auf morgen, damit ich endlich wieder ins Krankenhaus zu meiner BloggingMama darf.

Ganz genau erzählt euch dann die BloggingMama noch alles, wenn sie wieder nach Hause darf.

Nur eins noch:

„Das Fruchtwasser kann man nicht zurückhalten, da gibts keinen Schließmuskel für.“

O-Ton Hebamme Barbara

Wenn Mia da ist gibts hier natürlich die ersten Fotos!

Euer bloggingmama.de-Admin/ bloggingpapa

Bettruhe angeordnet!

Dienstag, Juni 5th, 2007

Liebe BloggingMama-Leser,

die BloggingMama liegt seit gestern im Krankenhaus, weil plötzlich – einen Monat zu früh – die ersten Wehen kamen und der Gebärmutterhals nun verkürzt ist. BloggingMamas Frauenarzt hat sie sicherheitshalber in die Klinik geschickt, damit ihr und Klein-Mia nichts passiert.

Momentan bekommt sie Magnesium und Kalium (weil heute morgen auch noch Herzrasen dazu gekommen ist) per Infusion. Mia geht es gut, aber die Mama hat furchtbares Heimweh und jedes Mal „Pipi in die Augen“ wenn ich wieder gehen muss.

Momentan besteht kein Grund zur Sorge, aber es Bedarf erhöhter Wachsamkeit.

Eigentlich ist Mia ja auch schon fertig gebacken in der 36. SSW, aber wenn man noch die ein oder andere Woche mitnehmen kann, dann macht man das.

Liebe Grüße, ich halte euch auf dem Laufenden,

der bloggingmama.de-Admin/ bloggingpapa