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Weil es ja noch nicht reicht

Donnerstag, August 11th, 2016

AusweisTja, wir lassen einfach nichts aus. Zum Jahreswechsel hatte ich  ja schon geschrieben, dass es mit Krankheiten, Krankenhausaufenthalten und weiterem Mist jetzt endlich mal enden sollte. Unser „Krankheitstöpfchen“ ist doch eigentlich wirklich voll. Aber wer auch immer so etwas bestimmt (ich bin nicht gläubig, kann mir aber vorstellen, dass da eventuell doch eine „Macht“ gibt, die so etwas bestimmt, festlegt, verteilt), der meint es nicht gut mit uns.
Die Sommerferien haben begonnen und das leider mit einem Krankenhaus-Aufenthalt für Mia.
Als Vorgeschichte muss man dazusagen, dass Mia von Geburt an immer verglichen an Gleichaltrigen die Kleinste, Dünnste, Leichteste war. Das war immer etwas problematisch, wenn sie krank wurde, denn dann isst man oft ja gar nichts oder weniger und so hatte sie dann eigentlich auch nichts zu zehren. Eigentlich so mit dem zweiten Kindergarten Jahr hat sie ein paar Pölsterchen angesetzt, nicht dick, nicht moppelig, einfach ein wenig Polster für schlechte Tage J Seit eineinhalb Jahren hat sie dann ziemlich abgenommen. Sie hat auf einmal weniger gegessen und hat uns irgendwann auch erzählt, dass ein Mädchen, das mit ihr im Kindergarten war und jetzt in die Parallelklasse geht, gesagt hätte, dass sie grad ganz schön dick wäre. Es für mich unfassbar, dass es schon in der ersten Klasse solche Aussagen mit solchen Auswirkungen gibt. Dennoch waren wir auch noch beim Kinderarzt, hier wurde ein Bluttest gemacht, um sicher zu gehen, dass hier alles in Ordnung ist. Diagnose vor ungefähr einem Jahr: Vorpubertät…die Hormone spielen jetzt schon ein wenig verrückt, so dass die typischen Zickereien auftreten, aber auch dieser enorme Gewichtsverlust, der aber noch im Rahmen liegt. In den letzten Wochen habe ich sie gar nicht gewogen, aber gefühlt ist sie noch dünner geworden. Kritisch ist für mich ja generell, wenn jemand wesentlich dünnere Oberarme als Unterarme hat, was man oft auch bei Menschen mit Essstörungen sehen kann. Und auch das war auf einmal der Fall. Sie hat aber normal bis viel gegessen und ab und an stand ich wirklich an der Toilettentüre und habe gelauscht, ob sie sich vielleicht übergibt. Aber nein, da war nichts. Zusätzlich kam noch dazu, dass wir über Jahre versucht haben, ihr beizubringen, dass sie über den Tag verteilt eine bestimmte Menge trinken muss. Hätte man ihr die Trinkflasche nicht hinterher getragen oder sie regelmäßig daran erinnert, hätte sie einfach gar nichts getrunken….selbst bei Hitze oder Sport. Und siehe da, nach jahrelangem Erinnern, Schimpfen, Hinterhertragen, ging das auf einmal!!! Juheeee, aber komischer Weise war das auf einmal unglaublich viel. Wieviel genau, kann ich nicht sagen, aber geschätzt hat sie an einigen Tagen wirklich 3 Liter getrunken, was für eine 9jährige mit einem Körpergewicht um die 22 Kilo mir etwas zuviel erschien.

Und nach 6 bis 8 Wochen haben bei mir dann doch die Alarmglocken geklingelt. Dieses Muster kam mir schon sehr bekannt vor. Vor 11 Jahren war das bei Olli (Mias Papa) auch so. Er hat über einen relativ kurzen Zeitraum um die 20 Kilo abgenommen, aber nicht Diät gehalten oder weniger gegessen…eher im Gegenteil. Und man hätte ihm eine Wasser-Pipeline legen können, soviel hat er getrunken. Diagnose: Diabetes Typ 1!
Dadurch dass Papa Diabetiker ist, haben wir natürlich alle „Gerätschaften“ zu Hause und ich habe ihn gebeten, dass er bei Mia mal die Blutwerte misst. Über 3 Tage sahen die Werte katastrophal aus und als der Wert eines Abends bei über  500 (normal wäre irgendwas um die 100) lag, haben wir uns entschieden, am nächsten Tag morgens gleich in die Klinik zu fahren, die glücklicherweise nicht weit weg von Daheim liegt und eine spezielle Kinder-Diabetologie hat. Ich habe selbst noch schnell den Junior in die Kita gebracht, während Mia und Papa schon mal vor in die Klinik sind und bin dann nachgefahren. In dieser Spanne der halben Stunde, die ich noch unterwegs war, stand die Diagnose bereits fest: Diabetes Typ 1.
Das war uns ist ein harter Schlag ins Gesicht. Wir sind gerade noch total geschockt, weil Mia nun ihr Leben lang Insulin spritzen werden muss, wir als Familie unsern kompletten Lebensstil umstellen müssen, alle Mahlzeiten gewogen werden müssen, es Essensperren gibt usw. Den kleinen Vorteil den wir haben, ist, dass Olli selber Diabetiker ist. Dennoch ist bei Kindern sehr vieles anders.
Nun war Mia 4 Tage in der Klinik. Regulär ist man zum Einstellen 7 bis 8 Tage dort, aber aufgrund von Ollis Vorkenntnissen haben wir eine „Sondergenehmigung“ erhalten.
Wir Eltern wurden die 4 Tage zwischen 3 und 5 Stunden täglich geschult, das war ein extremer Informationsfluss. Mir hat da wirklich jeden Abend der Kopf geraucht, da ich zwischen Krankenhaus, Schulung, zu Hause, Mittagessen für mich kochen (da Olli mit ihr aufgenommen wurde), Anton aus der Krippe holen und dann wieder ins Krankenhaus, weiter Schulung und dann gegen 7 heimfahren, wie eine Verrücke hin- und hergefahren bin.

Den ersten und zweiten Tag musste ich sogar Mia teilweise spitzen. Klar, für den Notfall muss ich das können. Ich habe das mit Einmalspitzen gemacht. Aber das ist hart, das eigene Kind zu Spitzen und dann noch in den Bauch in eine Bauchfalten, wo das Kind doch so dünn ist, dass da eigentlich keine Bauchfalte ist.
Wir haben tatsächlich im Krankenhaus das „Rundum-Sorgenlos-Paket“ mit Diabetologin, Diät-Assistentin und Psychologin für uns und Mia erhalten.
Dieser Schlag ins Gesicht aufgrund der Diagnose und der Zukunftspläne und auch Wünsche für mein Kind, benötigt auch eine Psychologin und ich bin heilfroh, dass wir die haben.
Man trägt da schon ein ganz schönes Päckchen mit sich herum. Der Gedanke, dass mein mittlerweile so großes Baby (aber sie bleibt meine Kleine) jetzt für ihr Leben krank ist, für immer Insulin spritzen muss und die allgemeinen Gefahren von Diabetes durch falsches Handeln wie Unterzucker, Überzucker, körperlichen Schäden bis hin zum Koma, sind extrem heftig zu ertragen. Meine Kinder sind mein Ein und Alles, mein Fleisch und Blut. Warum hat jetzt Mia Diabetes und das regiert und schränkt (bis Routine drin ist) ihr noch so junges Leben ein? Warum hab nicht ich das anstatt ihr bekommen? Es ist so fies!!!!

Aber nichts desto trotz, es muss weiter gehen. Wir reden nichts schön und ich möchte auch nicht die Aussage hören „Ach, das haben auch andere Kinder, die kommen schon damit klar. Die lernen das alles! Schneller als Du denkst“. Da kotze ich, ich bin ja nicht blöd, das weiß ich auch, aber hilft mir überhaupt nicht. Ich mache mir Sorgen: Hat mein Kind all sein zeug dabei. Hoffentlich kippt sie nicht um! Was passiert, wenn sie umkippt? Wird sie in Schule/Hort gemobbt, weil sie jetzt eine Sonderstellung hat? Vergisst sie nicht zu spritzen und spritzt sie richtig?
Schließlich betrifft das nicht nur Mia sondern die ganze Familien. Und ja, wir schaffen das….wie schon viele andere auch. Aber das kostet viel Kraft, Wut, Traurigkeit und das verarbeitet jeder anders, deswegen kann man das Schicksal (wenn vielleicht auch das gleiche, wie unseres) weder vergleichen noch werten. Ich will kein Mitleid und Mia Sicherheit auch nicht. Akzeptanz und ab und an etwas Rücksicht reichen, meinetwegen auch Hilfeangebote, aber keine Vergleiche. Und wenn in China ein Radl umfällt oder in Afrika Kinder hungern, so ändert das nichts an unserer Situation. Und hätte Mia kein Diabetes, dann wäre dennoch das Radl umgefallen und die Kinder würden leider hungern.
Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und dürfen ja lt. unserer Ärztin nächste Woche in den Urlaub, den wir alle so nötig haben. Wir freuen uns auf Wien und Ungarn!!!!

Und deswegen will ich all unsern Freunden danken, die uns und insbesondere Mia im Krankenhaus besucht haben. Und das selbst unter schwersten Bedingungen: Koffer die eigentlich gepackt gehörten; Besuch, der zu Hause alleine geblieben ist..
Danke an: Lisa und ihre Tante, Ella und Alex, Anouk und Anke, Anna und Lidia, Oma und Opa!
Und unseren Omas, die so toll für Anton in der Zeit da waren, und somit Olli und mir für die Schulungstermine den Rücken freigehalten haben. Ihr seid so toll und eure Enkelkinder lieben euch beide unglaublich! Und liebe Gisela: Es tut uns leid für den Doppelshock, Du weißt, was ich meine. Wir sind für alle Fragen offen.
Und einen ganz großen Dank auch an Janine und Nina, die mich abendlich mit Telefonaten unterstützt haben, sonst wäre ich zu Hause durchgedreht.

Pampers auf Nimmerwiedersehen

Montag, Juni 20th, 2016

Mit etwas mehr als 2,5 Jahren haben wir uns von den Windeln verabschiedet. Von heute auf morgen…sogar nachts. Wir sind mächtig stolz auf unsern kleinen Mann, der somit natürlich in der Krippe zu den Grooooooßen gehört, die aufs Klo gehen, und der hoffentlich bald in den Kindergarten gehen darf.

Bitte fragt mich nicht, wie wir das gemacht haben, denn er ist wirklich noch sehr jung, aber nicht unbedingt ausserhalb der Norm. Es ging einfach so . Ein wenig gutes Zureden und schwupp war er trocken. Jetzt müssen wir nur noch den lästigen Schnuller loswerden 🙂

Nochmal solange und Du bist volljährig

Mittwoch, Juni 15th, 2016

Jetzt wird meine Maus schon 9 Jahre alt und seit ihrer Geburt hat sie an ihrem Geburtstag und/oder ihrem Partytag immer schönes Wetter gehabt. Doch dieses Jahr hat uns das Glück maßlos verlassen. Dennoch haben wir uns nicht abbringen lassen und alles in einer Regenpause durchgezogen.
Es wird ja jedes Jahr schwerer, sich etwas Spannendes zum Geburtstag zu überlegen. Zu Hause feiern ist einfach schwer, weil wir aufgrund Platzmangel keine richtige Party auf die Beine stellen können. An sich ist unsere Bude schon voll, wenn wir alle daheim sind. Wenn dann aber noch 5 zusätzliche Kinder da rumschwirren, dann macht das keinen Spaß. Nach Schnitzeljagd, Nachtwanderung, Kletterhalle musste was Neues her. Und siehe da: Unsere Idee ein Tipi aufstellen.
Nicht weit von uns entfernt gibt es an einem Baggersee eine Art…nennen wir es mal Kommune. Auf einer großen Wiese direkt neben dem Feld vom Bauern haben ein paar Alternative ihre Zelte und andere ungewöhnliche Wohnmöglichkeiten aufgestellt. Es ist irgendwie eine Mischung aus Kommunen und Schrebergarten. Jeder kann da sein stilechtes Zelt aufstellen und solange er sich darum kümmert, ist alles fein. Kümmert er sich nicht darum, dann gammelt das Ding vor sich hin und dann kommt irgendwann der nächste und stellt da seine Behausung hin.
Wir haben dort angefragt, ob wir da feiern dürfen und wurden sehr herzlich eingeladen, das zu tun. Der „Tipi-Chef“ Wastl hat mich eine Zeichnung gemacht, wie man so ein stilechtes Tipi näht. Die benötigten Stangen zum Aufstellen durften wir dort nutzen. Also habe ich aus 18qm Stoff ein Tipi mit einer Höhe und einem Durchmesser von 3 Metern genäht. Plan war, dass die Kinder dies mit Textil-Fingerfarbe verschönern, wir es gemeinsam aufstellen und uns dann die Zeit auf der Tipiwiese vertreiben. Abends sollten dann Eltern und Geschwister der geladenen Gäste kommen und wir wollten gemeinsam Lagerfeuer machen. Tja, und es war dann aber Regen angesagt….und des hat auch geregnet. Also haben wir umdisponiert, was sonst.
Wir haben unsern Waschkeller leer geräumt und dort das Tipi angemalt, dann sind wir in einer Regenpause zur Tipiwiese gefahren und haben es aufgestellt. Gerade als wir mit dem Kuchenessen im Tipi fertig waren, hat es wieder das tröpfeln angefangen. Und anstatt Lagerfeuer und unglaublicher Enge waren anschließend alle Eltern und Geschwister bei uns, wir haben im Garten gegrillt und hatten eine Art Stehparty, denn um die 35 Personen in unserer kleinen Wohnung sind schon ganz schön kuschelig. Aber alles hat geklappt, alle Kinder inklusive dem Geburtstagskind sind glücklich, schmutzig und müder ins Bett.

Kirche Tipistangen GeburtstagstruppeStangen aufstellen Tipi fertigTipi allein Kuchen im TipiKcuhen Eintrittsgeld

„Oben ohne“

Sonntag, Mai 29th, 2016

Irgendwie hat der Sommer diese Jahr ziemlich auf sich warten lassen, dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen, bei trockenem Wetter „oben ohne“ zu fahren. Wir waren viel mit unserm Kübelwagen unterwegs, aber auch mit dem Bollerwagen. Außerdem kann Anton seit diesem Frühjahr Laufrad und Roller fahren. Er hat sich lange geweigert, wenn wir es ihm angeboten haben, aber irgendwann sagte er „Ja“ und es fluppte. Er ist auch mächtig stolz, dass er mit dem alten Laufrad von Mia fahren darf, denn er weiß, dass sie da auch schon drauf saß.

Rollschuhe  Bollerwagen  Rollern  Laufrad   Frisör Dreirad kü2 Kü

Fasching!!!!!

Montag, Februar 22nd, 2016

Ich selber bin ja kein großer Verkleidungsfan, aber meine Kinder schon. Bei Mia flaut das schon langsam etwas ab, aber Anton ist da voll dabei.
Dieses Jahr war das Motto in der Krippe „Tiere“. Ich war ja schon gespannt, wie viele Prinzessinnen, Cowboys und Spidermans  auftauchen werden. Aber es ging. Das außergewöhnlichste Kostüm war ein Astronaut, der dann in der Kita unter den Tieren herumsprang, aber auch der ein oder andere Spiderman. Wir haben uns diese Jahr für eine Eule entschieden und waren auch damit einzigartig. Mamas Nähmaschine ist mal wieder heiß gelaufen!

eule vorne eule hinten

Skifahren

Samstag, Februar 13th, 2016

Auch wenn die Schneeverhältnisse nicht sonderlich gut waren und ich aufgrund meiner Bandscheiben-OP nur vorsichtig bis gar nicht fahren sollte, haben wir es uns nicht nehmen lassen und waren in den Bergen. Auch Anton durfte mal probieren. Es war wirklich nur ein Probieren, denn in dem Alter haben sie einfach noch zu wenig Kraft in den Beinen. Aber jetzt stand er mal drauf und ist etwas rumgerutscht und kann jetzt behaupten, er wäre schon mal Ski gefahren 🙂

anton ski skifahren

Was Kranksein angeht, streiche ich das Jahr 2015…Jammerzeit

Sonntag, Dezember 27th, 2015

virus

Ja, ja, ich weiss! Man sagt immer, dass 10-12 Erkältungen im Jahr vor allem bei Krippenkindern ganz normal ist. Aber das toppen wir, zumal wir ja nicht nur Erkältungen und Schnupfen habe, sondern allen anderen Sch… auch noch mitnehmen. Wenn irgendwo ein Virus oder Bakterium herumschwirrt, dann kommt es ganz sicher zu uns.

Gefühlt waren wir als Familie das Jahr 2015 mehr krank als gesund. Ich sag ja immer die Definition von Familie ist: „Einer krank, alle krank! Und am besten die Kinder schon auf dem Weg der Besserung oder beinahe gesund, wenn man als Eltern komplett flach liegt… im schlimmsten Fall zu Zweit!“.

Angefangen hat es ja schon Ende letzen Jahres, da waren Mia und Olli so grippig, dass ich zwischen Christbaumschmücken und Geschenkeeinpacken und Teekochen nur noch wie eine Wahnsinnige hin- und hergesprungen bin. Wenn ich mich recht entsinne, war ich dann Silvester nicht ganz fit, aber bei weiterm nicht so schlapp wie die beiden an Heilig Abend. Extrem wurde es dann nach etlichen Erkältungen und Schnupfen an Ostern. Anton war die kompletten Osterferien 2 Wochen am Stück krank. Und weil die Kinderarzt-Vertretung ihn noch nicht mal richtig angesehen hat, wurde aus einer Bronchitis auch noch eine Lungenentzündung. An Mias Geburtstagsfeier habe ich ein nicht mehr ansteckendes Kind namens Anton mit Drei-Tage-Fieber durch die Privatvorstellung in der Sternwarte im Tragesack geschleppt. Die Sommerferien in der Sonne haben wir mit Bronchitis bei Anton, Magen-Darm bei Anton und mir, Bindehautentzündung (die wir kurz vor den Ferien auch schon mal hatten) von Mia und Anton, Sonnenalllergie bei Anton und einem Wespenstich im Süden verbracht. Der krönende Abschluss war dann noch eine Erkältung, die ich mit nach Hause gebracht habe und alle schön verteilt habe. Achja, vor den Sommerferien hat Mia an einem der letzten Tage vor den Ferien ihren ersten Migräne-Anfall bekommen und Anton lag zeitgleich mit einem Keks in der Luftröhre im Krankenhaus. Während der gesamten Zeit hat mich mein Bandscheibenvorfall mit Höhen und mehr Tiefen begleitet. Kurz vor meiner OP hat dann Anton mal wieder Magen-Darm mit nach Hause gebracht, erst mich, dann Olli und zu guter letzt Mia angesteckt. Anfang November hat auch die Hand-Fuss-Mund-Krankheit keinen Stopp vor uns gemacht…ich war die einzige die sich nicht angesteckt hat und Ende November hat uns der nette Norovirus heimgesucht…da hat es ausnahmsweise Olli mal nicht erwischt. Von Antons Nesselsucht, die offensichtlich eine Lebensmittelalllergie ist, erzähle ich schon gar nicht mehr. Und dazwischen hatte Anton etliche Bronchitis, so dass wir Stammgast bei der Kinderäztin waren und gute Freunde unserer Apothekerin geworden sind.

Und weil es noch einen krönenden Abschluss gebraucht haben, hat Anton ein paar Tage vor Heilig Abend eine Lungenentzündung bekommen. Aus einer „einfachen“ Bronchitis wurde eine Lungenentzündung, so dass unser kleiner Mann nun den gesamten Winter auf eine Langzeit-Therapie mit Kortison gesetzt wird, so dass nicht aus jedem Schnupfen eine Bronchitis oder noch mehr wird.

VORSATZ FÜR 2016: Nicht mehr oder nur ganz wenig krank sein…das wäre toll. Ich wünsche mir keinen Ferrari, keine Villa, kein Einhorn…nur Gesundheit!!!

Muttersein

Mittwoch, Dezember 9th, 2015

muttersein

Was soll ich nur denken, wenn ich so etwas lese? Klar, ich habe viel aufgegeben, aber das habe ich ja schon gewusst oder erahnt, als die Kinder noch nicht da waren. Und ja, ich habe viiiiiel dazugewonnen, das ich auf keinen Fall mehr missen will: Unendliche Liebe, Gebraucht-zu-werden, strahlende Kinderaugen, Kuscheleinheiten, Bastelarbeiten aus Krippe, Kindergarten und Schule. Und vieles, dass ich vorher noch nicht einmal ansatzweise erahnen konnte und auf was ich bestens verzichten kann: Kranke Kinder, riesige Wäscheberge, Streiterein um unaufgeräumte Kinderzimmer, nichtgemachte Hausaufgaben, kaputte, verlorene oder verlegte Spielsachen, schlechte Träume…

Ich liebe meinte Kinder, aber ich bin auch noch ich selbst. Ich gebe als Mutter alles und habe viele Sachen wie aus dem Handbuch gemacht: lange gestillt, Essen selber gekocht, Rituale eingeführt. Ebenso auch Dinge, die nicht in Ordnung waren, wenn der Geduldsfaden zu kurz war, ich Kummer, Sorgen oder auch Schmerzen nicht zu ernst genommen habe. Und dennoch bin ich ICH selbst und muss auch auf mich achten, nicht all meine Bedürfnis und Wünsche immer hinten anstellen. Und derzeit habe ich einen ganz großen Wunsch: Ich möchte wieder unter die arbeitende Bevölkerung. Meine Kinder sind beide in der Betreuung, ich habe kein schlechtes Gefühl dabei (auch wenn das Herz schon ab und an sehr blutet, wenn ich Anton weinend in der Krippe abgebe, aber ich bekomme immer bestätigt, dass er sich schnell beruhigt und ich weiss, dass man ihm dort mehr an Entertainment bieten kann, als ich oder gelegentliche Spielgruppen das könnten, er aber braucht), ich weiss, dass sie beide jeweils gut aufgehoben und betreut sind.

Und da kommen wir schon zu meinem Problem. Eine unflexible, arbeitswillige 2-fach-Mutter will offensichtlich in der Großstadt München keiner. Natürlich habe ich auch bestimmte Vorstellungen und ich habe meine Ansprüche aber auch schon heruntergeschraubt. Ich möchte 20 Stunden arbeiten, keine Wochenend- und Feiertagsdienste (hatte ich das nach dem Mutterschutz mit Mia und das hat mich fast meine Beziehung gekostet), ich übernehme gerne Verantwortung, bin lernfähig ebenso wie teamfähig und möchte aber keinen allzu langen Arbeitsweg haben. Aber das ist scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit, denn mein alter Arbeitgeber kann mir keinen Job anbieten (dass ich meinen alten nicht mehr bekomme, wurde mir bereits vor dem Mutterschutz gesagt, da ich ja die Arbeitszeit auch reduziere), aber ehrlich gesagt und es ist auch nur eine Vermutung, aber ich glaube, man will mich auch nicht mehr, denn eine wirkliche Alternative kann man mir offensichtlich auch nicht anbieten und jeder Kontakt/jedes erbetene Gespräch muss ich mir erkämpfen. Was also tun? Ich bewerbe mich! Als Reiseverkehrskauffrau mit zusätzlichem Fachwirt habe ich mich schon als Verkäuferin, Sekretärin, Teamasisstentin, Bürokraft…beworben. Aber keine Chance, ich werde noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, sondern bekomme per Mail oder Brief eine Absage. Ich bin ja froh, dass in Zeiten von Online-Bewerbungen überhaupt noch etwas zurückkommt, denn früher als alles auf dem Postweg kamen wenigstens irgendwann die Bewerbungsunterlagen zurück und man wußte: Ok, hat nicht geklappt!

Somit werde ich jetzt reichlich demotiviert und frustriert weiter Bewerbungen schreiben, vorausgesetzt ist finde überhaupt Stellenausschreibungen.

Die Geschichte vom bösen Butterkeks

Mittwoch, Oktober 21st, 2015

butterkeksDiese Geschichte habe ich ganz vergessen zu posten, da es durch meinen Bandscheibenvorfall, Ende des Schuljahres, Urlaubsplanung bei uns einfach im Juli drunter und drüber ging.

Hier die kurze aber qualvolle Geschichte des bösen, bösen Butterkekses: Aaaaaalso!!! Wir hatten nachmittags Besuch und haben Butterkekse gegessen. Als der Besuch dann weg war, wollten wir so langsam und allmählich zu Abend essen, da stand aber der Nachmittags-Keks-Teller noch auf der Anrichte, und unser Wirbelwind hatte ganz offensichtlich mehr Lust auf Kekse als auf Brot und noch einen stibitzt und runtergeschlungen. Dabei hat et sich so verschluckt, dass der Keks in der Luftröhre hängen geblieben ist und trotz husten, klopfen, auf den Kopfstellen nicht raus gekommen ist. Nach einer halben Stunde haben wir dann, doch den Notarzt gerufen. Wohlgemerkt das zweite Mal innerhalb von 10 Tagen, ich habe zuvor noch nie den Krankenwagen gerufen. Die waren auch ratzfatz da und die Nachbarschaft hat sich bestimmt gedacht „Was ist den bei denen schon wieder los?“. Der nette Sanitäter, der optisch und seiner Art zu Reden ein Cousin von Matthias Schweighöfer hätte sein können, hat Anton tief in den Hals geschaut, aber nichts sehen können. Jedoch hat man eindeutig gehört, dass da was in der Luftröhre hängt. Unfassbar war ja, dass Anton hustend und mit rotem Kopf noch zu Abend gegegessen hat. Wir waren fürchterlich verwirrt, deswegen haben wir den Krankenwagen auch erst so spät gerufen. So wirklich wusste „Matthias“ auch nicht, was er machen soll und so hat er Olli und Anton dann doch ins nächstgelegene Kinderkrankenhaus gebracht. Auch dort hat man mit ausseren Mitteln und Inhalation den Keks nicht herausbekommen, so dass sie beiden über Nacht geblieben sind und man gehofft hat, dass sich der Keks über Nacht auflöst und dann vom Lungenschleim abtransportiert wird.,denn sonst würde er unter Narkose endoskopisch rausgeholt werden. Zum Glück hat er sich aufgelöst, aber mein Baby wurde unendlich gequält mit Kabeln und Schläuchen.

Aber eines war sicher: Unsern Sommerurlaub haben wir uns redlich verdient!!!! Dennoch gab es bei uns jetzt eine ganze Weile keine Butterkekse, Zwieback oder ähnliches, denn die Angst schwingt immer mit.

Man wird ja nicht jünger :-)

Dienstag, Oktober 20th, 2015

HalsDas Leid kommt wohl mit dem Alter. Gibt es einen Zeitpunkt, wo es kontinuierlich abwärts geht, egal wie fit man sich durch Ernährung und Sport (Kinder haben, ist doch Sport) hält?

Naja, bei mir hat alles Ende letzten Jahres angefangen. Um Antons 1. Geburtstag herum ging es extrem los. In regelmässigen Abständen ist mir mein linker Arm aus dem Nichts eingeschlafen. Ich konnte allerdings nicht aus machen, wann genau..lag es an einer bestimmten Bewegung oder Haltung. Es gibt Fotos von Antons Geburtstagsfeier mit den Grosseltern, da ist mein Arm durch und durch getapet, weil ich gehofft habe, das hilft irgendwas. Hat es aber nicht 🙁 Und wie es dann so ist und wahrscheinlich mit Kindern noch viel mehr (die Zeit ist einfach rar und man will ja ungern mit den Zwergen die Zeit in irgendwelchen Wartezimmern verbringen) zögert man den Arzttermin heraus. Als ich aber dann Ende Januar wegen bestimmter Medikamente sowieso zu meiner Neurologin musste, hab ich meinen Arm und meine mittlerweile tauben Zeige- und Mittelfinger mal angesprochen. Sie hat erstmal einen Nervencheck gemacht, da war alles in Ordnung und mich anschliessend in die Röhre geschickt. Schon im Vorfeld hat Olli immer geschmunzelt: „Du hast sicher einen Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich. Das kann man aber operieren und zwar machen die das ganz gruselig von vorne durch den Hals!“. Na, so den Teufel habe ich nicht an die Wand gemalt, da für mich Bandscheibenvorfall immer etwas für alte Leute war und mit Schmerzen verbunden. Ich habe ja keine Schmerzen, nur Aussetzer im Arm und ab und an taube Finger. Da ist sicher nur etwas eingeklemmt. Ok, ich habe seit Jahren viel Kopfschmerzen und mir ist jetzt in der Elternzeit auch aufgefallen, dass es während der Arbeit, vermutlich durch das Sitzen und eventuell auch dem Frischluftmangel, mehr war, als jetzt daheim.
Also, bin ich in die Röhre und mit der Diagnose: Zweifacher Bandscheibenvorfall zwischen C7 und C6 sowie C6 und C5 (das sind die untersten Wirbel der Halswirbelsäule). Die Ärztin aus der Radiologie meinte, ich solle jetzt erstmal zum Orthopäden und mit etwas mehr Krankengymnastik als üblich könnte das vermutlich in den Griff zu bekommen sein. Gesagt, getan. So bin ich von März bis Anfang Juli tapferst 2-3 Mal die Woche zur Physiotherapie und auch zum Neurochirurgn, der mir über Wochen Spitzen gegeben hat, damit der eingeklemmte Nerv (dank des Bandscheibenvorfalls) etwas abschwillt und dann nicht mehr eingeklemmt wird und mir so den Arm lahm legt. Mir ging es nicht schlecht, aber besser wurde das auch nicht. Der Physiotherapeut meinte, dass wir da sicherlich 1,5 Jahre mit beschäftigt wären, da es wirklich arg ist, aber man natürlich erstmal ohne OP auskommen sollte. Logisch, so sehe ich das auch. Warum schnippeln, wenn es auch anders geht.
Und dann kam der Einbruch Anfang Juli: Weil mein Rezept für die Physiotherapie „leer“ war, habe ich einen Termin bei meinem Orthopäden für einen Montag ausgemacht. Wie immer musste ich trotz Termin über eine Stunde warten, während mich mein schlechtes Gewissen geplagt hat, weil Olli mit Anton zu Hause sass und im Homeoffice gearbeitet hat, was eine ziemlich Herausforderung bei unserm kleinen Wirbelwind ist, zumal er ja eigentlich in die Krippe gehen sollte, aber prompt an dem Tag krank war. Als ich dann endlich dran kam, wurde mir die Frage gestellt, wie es mir denn generell so ginge. Ich habe bloss gesagt, dass ich grad etwas Nackenschmerzen hab, hab mich vermutlich die letzte Nacht verlegen oder einen Zug abbekommen, weil es ja im Juli sehr warm war und wir mit offenem Schlafzimmerfenster geschlafen haben. Aber alles nur halb so schlimm. Da meinte er, er würde mir einfach eine Spitze geben, dann würde das bald besser. Und das war im ersten Augenblick, das schlimmste, was mir passieren konnte und jetzt viele Monate später ironischer Weise vermutlich das beste, denn sonst würde ich mich zwischen Spritzen und Physio immer noch hin- und her drehen. Ich bin schmerztechnisch durch die Hölle gegangen, ich habe noch nie solche gleichbleibenden, penetranten Schmerzen gehabt. Mir war schlecht vor nicht endenden Schmerzen, Ibuprofen war wie Traubenzucker, ich konnte nicht schlafen, nicht essen… Den Tag drauf lag ich bei meinem Physiotherapeuten auf der Liege und habe vor Schmerzen geheult, der arme Kerl wusste gar nicht, was er machen soll: „Claudia, hör auf zu weinen, sonst heule ich gleich mit. Das bekommen wir hin. Du gehst jetzt sofort zum Neurochirurgen, der kann die helfen. Und sollte der nicht da sein, dann gehst Du wieder in die Ortho-Praxis und machst da Terror!“. Gut, dass die ganzen Praxen alle relativ nah beieinander liegen, so dass hier Fussmarsch maximal 5 Minuten sind. Wie es der Zufall will, war der Neurochriurg nicht da, da er dienstags immer OP-Tag hat, also bin ich wieder in die Orthopädie-Praxis gelatscht. Geschlagene 2 Stunden hat man mich unter Schmerzend heulend im Wartezimmer warten lassen. Dann kam ich endlich dran: Quintessenz diese Arztbesuches war ein erneutes Rezept für die Röhre und Opiate gegen meine Schmerzen. Ich bin direkt nach Hause und hab alle Radiologien in einem Umkreis von 10 km angerufen (da ich unter meinen Schmerzen keine längeren Strecken mit dem Auto fahren möchte) mit der ernüchternden Aussage, erst im 3.4 Wochen einen Termin zu bekommen. Unfassbar, oder? Da lebt man in einer Grossstadt, ist ein absoluter Notfall, hat letztendlich so etwas wie Drogen durch Schmerzbekämpfung bekommen und kann 3-4 Wochen auf einen MRT-Termin warten. Aber was soll ich machen, ich kann nichts machen. Am Mittwoch habe ich dann vor lauter Frust doch noch bei einer weiter entfernten Radiologie angerufen, die hatten einen Termin in einer Woche für mich. Juhu, ein Lichtblick. Kurz nach dem Auflegen bin ich ins Bad. Just in dem Moment hat das Telefon geklingelt und ich hab es nicht gehört. Und die besagte Radiologie hat zurückgerufen und glücklicherweise auf den Anrufbeantworter gesprochen, dass genau in diesem Moment ein Termin frei geworden wäre, und wenn ich jetzt direkt käme, dann wäre das meiner. Ich zurückgerufen und sass schwupp im Auto. Im Nachhinein eine der blödsten Ideen, denn ich war ja auf Drogen und hätte nicht fahren dürfen, aber die Not, das Leiden hat die Vernunft überschattet. Ergebnis des erneuten MRTs, was im übrigen die Hölle war, denn unter solchen Schmerzen entspannt und ruhig zu liegen, ist nervenzerreissend, dass sich an den bereits vorhandenen Bandscheibenvorfällen nichts verändert hat. Bumm, und jetzt? Ich der Radiologie hat man mir auch felsenfest versprochen, gleich die Diagnose an den Orthopäden zu schicken, damit dort gleich für heute Abend noch einen Termin ausmachen konnte. Das hab ich auch gemacht, für 17:00 hatte ich den Termin, um kurz nach 19:00 kam ich dran. Und wenn jemand in einem solchen Moment das Pech anzieht, bin das natürlich ich: Die Diagnose war angeblich nicht da, der Arzt wollte heim und hat mir knallhart ins Gesicht gesagt: „ Ich kann nichts dafür, dass sie einen Bandscheibenvorfall haben, wenn die Diagnose nicht da ist, dann kann ich nichts machen, sie meinen doch jetzt nicht ernsthaft, dass ich mir ihre Fotos (die hatte ich ja auf CD mitbekommen) noch einzelnen ansehe. Da habe ich heute weder Lust noch Zeit drauf!“. Ja, und so war das dann auch. Völlig vor den Kopf geschlagen, bin ich dann weiterhin mit Schmerzen, aber dafür jetzt mit einem Rezept für Morphium auf der Praxis. Aber auch in einer Stadt wie München schliessen die meisten Apotheken gegen 19:00 und es war ja bereits 19:30. Meine einzige Hoffnung habe ich in das nahe gelegene Einkaufszentrum gelegt, da die Apotheke bis 20:00 geöffnet hat. Doch hier sagte man mir, dass die kein Morphium auf Lager haben, da es immer nach Bedarf bestellt wird, ich solle es bei den Nachtdienst-Apotheke in der Nähe probieren. Zum Glück hatte auf meinem Heimweg eine Apotheke Nachdienst. Doch auch hier konnte man mir nicht helfen und die nette Dame sagte mir auch ganz ehrlich, dass ich das entsprechende Medikament vermutlich in ganz München nicht bekommen werde. Ich solle jetzt nach Hause gehen und schauen, ob es mit meinem vorhandenen Medis nicht dpch zurecht komme, und wenn nicht, dann solle ich den Krankenwagen rufen, die können mir mit Morphium auf alle Fälle helfen. Na, dann bin ich erstmal nach Hause. Zugegebenermassen habe ich es keine Stunde ausgehalten und habe Olli den Sanker rufen lassen. Ich war schon ganz wirr in der Birne vor lauter Schlafmangel, Schmerzen, Arztterminen und dem schlechten Gewissen, überhaupt nicht für meine Kinder da zu sein. Wie es üblich ist, wenn der Krankenwagen kommt, ist ja kein Notarzt dabei, sondern lediglich Sanitäter. Die haben mir vorsorglich schon mal einen Zugang gelegt und dann auf den gerufenen Notarzt gewartet. Da ich mit dem Rücken zur Tür im Krankenwagen sass, konnte ich den Gott in weiss beim Einsteigen nicht sehen, aber die 2 Sanitäter waren hellauf begeistert und bejubelten ihn regelrecht als er reinkam. Ist das ein gutes Zeichen? Ja, denn wenigsten einmal hatte ich Glück an einem dieser Horrortage: Er war ein Rückenspezialist! Und anstatt mich mitzunehmen und auf Drogen zu setzten, hat er mir ein leichtes Narkosemittel etlicher Male die Wirbelsäule runtergespritzt. Er meinte, wenn es jetzt am Rücken angenehm warm wird und die Schmerzen nach lassen, dann wirke es. Wenn nicht, würde er empfehlen, dass ich erstmal mitkomme. Und es hat geholfen, sich war mit weniger Schmerzen. Und dieser besagte Notarzt ist mein Schmerzretter, denn ihm hab ich mein ganzes Leid seit Anfang des Jahres geklagt und ihn gebeten, ob er mir einen gaaaaanz tollen Rückenspezialisten empfehlen kann, da ich die orthopädische Praxis nie wieder betreten wolle. Und dann hat mir meinen zweiten Schmerzretter genannt. Laut Internet und jameda eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Ich war mir sicher, dass ich da wahrscheinlich ewig auf einen Termin warten muss, ähnlich wie für das MRT. Aber nein, schon in einer Woche hatte ich einen Termin. Ich nenne keine Namen, aber wen es interessiert, wer der schreckliche und wer der tolle Arzt war, der soll mich anschreiben, dann gebe ich die Info gerne weiter. Also, war ich dann Mitte Juli in der Praxis. Kein Chaos, keine Wartezeiten, nette Sprechstundenhilfen… was will man mehr? Und der erste Arzt, der mir mal richtig zugehört hat und der mich einfach mal geröntgt hat und mir dann seine Meinung ins Gesicht gesagt hat: Ich habe einen zweifachen Bandscheibenvorfall (wusste ich ja schon), zwischen C5 und C6 ist gar keine Bandscheibe mehr und hier klemme ich mir auch regelmässig den Nerv ein, der meinen Arm lahm legt und zwischen C6 und C7 hängen nur noch Fetzen. Vermutlich ist der obere schon älter, könnten tatsächlich schon 10 Jahre sein und der untere etwas frischer. Er empfiehlt mir zu operieren, denn besser wird es ja nicht, was ja das halbe Jahr Physiotherapie ziemlich deutlich zeige. Wann ich operieren lasse, ist natürlich meine Sache, aber ich solle nicht vergessen, dass ich den Nerv ununterbrochen reize. Und irgendwann sagt so ein Nerv „Jetzt mag ich nicht mehr“ und ist natürlich inoperabel. Es kann sein das der nerv seine Funktion in 2 Wochen oder 20 Jahren oder nie aufgibt, aber das weiss man halt nie. Ich solle mir das durch den Kopf gehen lassen und nach dem Sommeruraub wieder kommen, er habe, wenn ich mich für einen OP entscheide, eine Vorlaufzeit von 2-3 Wochen. So hatte ich für unsern fast 4 wöchigen Sommerurlaub erstmal Gedankenfutter, wobei für mich klar war, dass ich keine andere Option mehr sehe. Und ich habe mich sehr wohl und sicher bei ihm gefühlt, so dass mir eine Zweitmeinung völlig unwichtig war. Wenn man schon so lange rumschustert, und es kommt der Gott in weiss, dann nimmt man diesen Strohalm. Bestärkt hat er mich in meiner Entscheidung im Vorgespräch zur OP als er mich mit den Worten verabschiedet hat: „ Wir sehen uns, ich weiss ganz genau, dass die OP erfolgreich wird, ich tue seit Jahren nichts anderes und es ist immer gut gegangen. Ausserdem freue ich mich Ihren langen, schlanken Hals zu operieren!“.
Und so lag ich nun am 1. Oktober unter dem Messer. Und wie schon Olli am Anfang der Odyssee geschmunzelt hatte, dass man gruseliger Weise von Vorne durch den Hals operiert wird, so ist es auch geschehen. Und ist schon ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass sie Luftröhre, Speiseröhre und was da noch alles so vor der Wirbelsäule liegt, auf die Seite schieben und dann an den Wirbeln herumfuhrwerken. Aber im Nachhinein war es nicht schlimm. Die Kaiserschnitte von Mia und Anton waren insgesamt viel schlimmer, was die Schmerzen angehen. Und wenn ich mir, wenn ich das Ergebnis mal nicht vor Augen halte (ich liebe schliesslich meine Kinder über alles :-)), würde ich die Bandscheiben-OP viel eher nochmal machen lassen als einen Kaiserschnitt.

Heute sind fast 3 Wochen vergangen, dass ich meine versteifende Bandscheibenoperation hatte. Hierbei wurden die fehlende und die zerfetzte Bandscheibe durch einen operativen Eingriff entfernt. Anschließend habe ich ein Kunststoffimplantat eingesetzt bekommen, welches mit Schrauben fixiert wird. Die beiden benachbarten Wirbelkörper werden mit Titanschrauben fixiert und verwachsen nach einer gewissen Zeit miteinander. Dadurch kommt es in dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt zu einer Versteifung, welche mich zwar 10-20% in meiner Bewegung einschränkt, was aber tatsächlich nur das nach Oben und Untern sehen ist und nicht zur Seite. Ich war direkt nach der OP auf der Intensivstation schon beschwerdefrei. Bis vor ein paar Tagen hatte ich noch Ladungsschmerzen von der 2stündigen OP, aber die sind jetzt auch weg. Nun quäle ich mich die nächste Zeit noch etwas mit einer Halskrause und einer heilenden und juckenden Narbe herum.
Dafür piepse ich nun Flughafen beim Sicherheitscheck :-), was ich bisher immer im Scherz gesagt habe. Aber es ist wirklich so, aber dafür habe ich einen extra Ausweis, den ich dann vorlegen muss, der erläutert, warum ich piepse.
Viele unruhige Nächte und zahlreiche Telefonate später, haben wir genehmigt durch die Krankenkasse auch eine Familienpflegerin über die Diakonie Fürstenfeldbruck bekommen, da ich ja nicht Autofahren darf und so meine Kinder nicht abholen darf, den Haushalt auch nur sehr eingeschränkt machen kann.
Ende gut, alles gut! Übermorgen geh ich zur Nachkontrolle mit Röntgen und bin bester Dinge. Danke an den Notarzt aus dem Krankenwagen, meinem Operateur, vielen guten Freunden, der Diakonie FFB, meiner und Ollis Familie und am meisten Olli, Mia und Anton.